Rückblick: Hamburger Börsentag November 2009

Fonds aus Stuttgart erobern Hamburg

Anfang November 2009 lud die Elbmetropole Hamburg zu Deutschlands größtem Börsentag. Das Team von Börse Aktuell und Hunderte begeisterte Leser waren mit dabei. Joachim Brandmaier berichtet persönlich.

„Gleich bei meiner Ankunft am Samstagmorgen dachte ich: Was für ein passender Veranstaltungsort! Die historischen Räume der alten Hamburger Börse gaben den perfekten Rahmen für einen Börsentag. Hier wurde bereits vor 160 Jahren wild spekuliert, Kaufleute feilschten um Getreidepreise, handelten Versicherungen für Schiffe aus und schacherten um Wertpapiere.
 

Informationshungrige Börsianer
Auch am letzten Samstag war viel geboten. Neben konservativen Anlegern, die sich vor allem für die Tipps der Banken und Vermögensverwalter interessierten, kamen auch die Spekulanten voll auf ihre Kosten. In Zockerseminaren konnte man sich endlich erklären lassen, wie man an der Börse spielerisch Geld verdient. Hedgefonds-Anbieter posaunten, dass ihre Fonds auch dann steigen (können), wenn der Markt gerade einbricht, andere priesen die Charttechnik oder hochspekulative CFDs als der Weisheit letzten Schluss. Insgesamt konnten die Börsianer bei über 100 Ausstellern und 70 Fachvorträgen ihren Wissenshunger stillen.
Ohne überheblich klingen zu wollen (das liegt uns Schwaben ohnehin nicht), musste man jedoch feststellen: An keinem Stand war so viel los wie bei uns! Als wir uns entschieden, am Hamburger Börsentag teilzunehmen, um auch einmal unseren Lesern im hohen Norden die Möglichkeit zu geben, uns persönlich kennenzulernen, hatten wir nicht ansatzweise mit so einem Menschenauflauf gerechnet.
Das ganze Börse-Aktuell-Team und ich hatten alle Hände voll zu tun. Von morgens bis abends diskutierten wir pausenlos mit anderen Börsenbegeisterten über einzelne Aktien und die Märkte im Allgemeinen. ,Ist die Dividende bei der Telekom sicher? Soll man Medtronic nachkaufen? Was soll ich mit Aegon machen? Wohin geht der Dollar?‘ So ging es den ganzen Tag. Die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekam: ,Wie geht es mit der Börse weiter? Kann man jetzt noch kaufen?‘ Meine Antwort: ,Wenn Sie ganz genau wissen wollen, bei welchem Punktestand der DAX am Jahresende notiert und welche Aktien in den kommenden Wochen auf jeden Fall steigen, dann schauen Sie doch mal bei den Bankanalysten oder Charttechnikern an den anderen Ständen vorbei. Die wissen das ganz sicher – und noch besser können sie Ihnen am Jahresende dann erklären, warum ihre Prognose nicht eingetroffen ist.‘
Von mir bekommt niemand eine kurzfristige Prognose. Ich gebe zu, dass ich nicht den blassesten Schimmer habe, was die Börse in den nächsten Wochen macht. Die Kurse können fallen, die Hausse kann aber genauso gut weitergehen. Was ich aber weiß: Wir sind gerade dabei, eine schlimme Wirtschaftskrise zu verdauen. Die Erfahrung zeigt, dass es nach solchen Krisen mit den Kursen wieder steil nach oben geht – ganz nach dem Motto: je tiefer die Krise, desto steiler die Erholung. Die Entwicklung seit März untermauert diese Einschätzung. Nach dem kräftigen Anstieg seit dem Frühjahr ist es nur normal, dass sich die Kurse mal eine Auszeit nehmen, aber früher oder später dürfte die Erholung weitergehen. Die Börse hat sich bisher noch von jedem Rückschlag erholt und langfristig neue Höchststände erklommen. Wer einen langfristigen Anlagehorizont mitbringt, sieht deshalb momentan auf jeden Fall attraktive Kaufkurse.
 

Fonds im Fokus
Sehr gefragt war natürlich auch unser Fondsexperte Heiko Strauß. Unermüdlich beantwortete er Fragen rund um unseren Aktienfonds und unseren Energiefonds. ,Sollte man den Energiefonds zusätzlich ins Depot nehmen, wenn man den Aktienfonds schon hat?‘, wollten viele Anleger wissen. Wer wie wir überzeugt ist, dass Energie einer der ganz großen Trends in den kommenden Jahren sein wird, sollte in diese Branche investieren. Natürlich sollte man nicht sein komplettes Kapital auf eine Branche setzen, aber eine attraktive Beimischung ist der Energiefonds allemal. Ob Öl, Gas oder Strom – Energie wird immer benötigt. Und in Zukunft wird die Welt noch mehr danach lechzen, während gleichzeitig die Ressourcen knapper und damit langfristig teurer werden. Ganz simpel betrachtet kann man eine Investition in diese Aktien als Absicherung sehen gegen steigende Heizkosten, höhere Spritpreise oder ausufernde Stromrechnungen.“
 
 

Hautnah am Puls der Börse:
   

 
 
 



 
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