Sehr
geehrter Leser,
über
20.000 Leser und Gemeinschaftsdepot-Teilnehmer besuchten unsere Börsenvorträge
2004, um uns einmal persönlich kennen zu lernen. Für diese überwältigende
Resonanz möchte ich mich im Namen des gesamten Börse-Aktuell-Teams
herzlich bedanken.
Mit
Ausnahme einer Hand voll Kritikern ernteten wir durchweg positive Kommentare.
Es war fast wie zu Zeiten des Stuttgarter Aktien Clubs:"Schön, dass
ihr wieder da seid." und "Gemeinsam überstehen wir auch noch den schwachen
Dollar!"
Was
mich besonders gefreut hat: Die Gespräche drehten sich fast ausnahmslos
um solide Werte. Lohnt sich ein Nachkauf bei Aegon? Bei Hennes & Mauritz
geht es auch nur seitwärts! Oder: Soll man bei Starbucks mal Gewinne
mitnehmen?
Das
war nicht immer so! Ich kann mich gut daran erinnern, wie wir vor einigen
Jahren noch
darum
gekämpft haben, dass unsere Leser statt auf heiße Zockeraktien
auf Wachstumswerte
setzen.
Da war noch harte Überzeugungsarbeit gefragt: Warum sollte man statt
in einen
japanischen
Optionsschein, der in kurzer Zeit unermesslichen Reichtum verspricht, lieber
zehn
Jahre in Wrigley investieren? Da drehten sich die Gespräche noch um
Papiere aus den
Emerging
Markets, kanadische Goldminen und russische Wurstfabriken.
Nicht
zu vergessen die Zeit des Neuen Marktes: Wer brauchte schon eine langweilige
Colgate-
Palmolive,
wenn es Intershop, EM.TV und MobilCom gibt. Ich bin froh, dass diese Zeiten
vorbei
sind
und die Überlegungen nicht mehr lauten: spekulative Papiere oder Wachstumsaktie,
sondern
Beiersdorf oder L'Oréal. Wenn die zurückliegende Börsenkrise
etwas Gutes hatte, dann, dass die Anleger mehr auf Qualität achten.
Ich
bin jedoch Realist genug, um zu wissen, dass das nicht ewig so bleiben
wird. Es liegt in der
Psyche
der meisten Börsianer, das irgendwann wieder die Gier zum Vorschein
tritt. Spätestens
wenn
die Börsengurus neue „Modeaktien“ mit riesigen Gewinnchancen ausgemacht
haben,
muss
man als Wachstumsstratege Rückgrat zeigen.
Auch
künftig wird Angst und Gier die kurzfristige Richtung der Kurse bestimmen.
Und so
lange
das so bleibt, wird Börse Aktuell die Arbeit nicht ausgehen! Deshalb
können Sie davon
ausgehen,
dass wir im nächsten Jahr unsere Vortragsreihe fortsetzen werden.
Herzlichst,
Ihr
Joachim
Brandmaier |