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DAX · DOW · WAX · Ölpreis · Dollarkurs · Parkett-Kamera · Börsenspiel · Persönliche Beratung · Musterdepot · Börse Aktuell als pdf · Brandmaier´s Kommentar · Abgeltungssteuer · NewsletterEntwicklung Gemeinschaftsdepot Oktober 2008: - 6,339 %
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Freitag, 28. November 2008
Roche: Auf Einkaufstour
Der Pharmariese Roche sammelt weiter Biotechunternehmen ein. Erst vor Kurzem haben die Schweizer die kanadische Biotechfirma Arius Research sowie den US-Genforschungskonzern Mirus Bio übernommen. Nun gab der Konzern bekannt, dass man für rund 50 Millionen Dollar die US-Biotechnologiefirma Memory Pharmaceuticals erwirbt. Das Unternehmen aus New Jersey entwickelt unter anderem Medikamente für die Behandlung von Alzheimer oder Schizophrenie.
Die größte Übernahme steht Roche aber noch bevor: Für 43,7 Milliarden Dollar wollen die Basler den US-Biotechkonzern Genentech komplett übernehmen. Der Genentech-Vorstand lehnte das im Sommer als zu niedrig ab. Doch durch die aktuelle Börsensituation ist der Kurs der Genentech-Aktie inzwischen wieder abgebröckelt, was die Chancen für die Roche-Offerte erhöht.
Total soll in China bohren
Nur ungern lassen die Chinesen ausländische Firmen an ihre Rohstoffe heran. Doch der Wunsch nach einer höheren Öl- und Gasförderung hat die Regierung dazu bewegt, einige Reserven für westliche Experten zugänglich zu machen. Für ein 2.400 Quadratkilometer großes Gasfeld will sich China den französischen Konzern Total ins Boot holen. Das Unternehmen hat zugesagt, sofort bis zu zwei Milliarden Dollar dafür zu investieren. 130 Millionen Dollar hat man schon investiert, um die Größe des Feldes und die Gasmenge zu bewerten. Das Management geht davon aus, dass die vermutete Gasmenge über 20 bis 25 Jahre gefördert werden kann. Total erwartet, dass im nächsten halben Jahr das O.K. der Regierung kommt und zwei Jahre später die Förderung beginnen kann.
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Christoph Wendling, 34: „Der momentane Ölpreis macht nicht sonderlich viel Lust auf Ölaktien, aber der Ölpreis wird auch wieder steigen. Langfristig bleiben die Aktien der führenden Ölkonzerne eine aussichtsreiche Investition.“
Donnerstag, 27. November 2008
Prudential - Asien verleiht Stabilität
Wie die Banken stehen derzeit auch die Versicherungen weit oben auf der Sorgenliste der Aktionäre. Die Börsianer befürchten, dass die Versicherungen in Liquiditätsschwierigkeiten kommen könnten und Ratingabstufungen drohen. Dementsprechend hat es auch die Prudential-Aktie in den letzten Monaten zerbröselt.
Unseres Erachtens sind die Ängste aber übertrieben. Wenn der Markt nicht mehr dramatisch weiter einbricht, müsste Prudential finanziell gerüstet sein, eine Rating-Abstufung ist eher unwahrscheinlich.
Vor allem das Geschäft in Asien verleiht Prudential derzeit Stabilität. In Thailand etwa wuchsen die Prämieneinnahmen in den ersten neun Monaten um 31 Prozent, in Indien stiegen sie im ersten Halbjahr um über 50 Prozent. Dort halten die Briten über das Gemeinschaftsunternehmen ICICI bereits 13,5 Prozent des Lebensversicherungsmarktes.
Der auf Sicherheit bedachte Investor muss derzeit nicht unbedingt in Finanzaktien investieren. Allerdings bieten diese Aktien dem mutigen Anleger auch überdurchschnittliche Chancen.
Wolters Kluwer: Unbekannter Vier-Diamanten-Wert
Es gibt Wachstumswerte, die stehen ständig im Fokus der Medien. Anders bei dem niederländischen Verlagshaus Wolters Kluwer. So manchem Anleger, der in unserer telefonischen Anlageberatung anruft, ist dieser Titel völlig unbekannt. „Was macht Wolters Kluwer eigentlich?“, ist eine oft gestellte Frage.
Wolters verlegt Standardwerke für Justiz, Wissenschaft und Medizin. Rund 70 Prozent des Umsatzes macht das niederländische Unternehmen mit seinen abonnementbasierten Produkten. Wolters Kluwer speichert und kommentiert unter anderem Gerichtsurteile in ausgeklügelten Datenbanken, auf die Anwälte, Richter und sogar Ministerien zugreifen. Da gerade diese Berufsgruppen dringendauf solche Publikationen angewiesen sind, wächst der Bereich auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten.
Oliver Seibt, 33: „Wer in seinem Depot auf der Suche nach einer noch breiteren Streuung ist, findet in diesem unbekannten Wachstumswert eine solide Aktie. Sie hat im laufenden Jahr im Zuge der allgemeinen Krise deutlich an Boden verloren und bietet derzeit eine Menge Aufholpotenzial.“
Mittwoch, 26. November 2008
Beiersdorf verkauft US-Tochter
Den Hamburger Traditionskonzern kennt man in erster Linie wegen seiner berühmten Nivea-Creme. Aufmerksame Börse-Aktuell-Leser wissen darüber hinaus, dass Beiersdorf auch bekannte Dachmarken wie Labello, Hansaplast, Tesa, Florena oder 8x4 besitzt. Aber wussten Sie, dass der Konzern auch Fertigbandagen für Fitness- und Sportaktivitäten sowie Kompressions- und Anti-Thrombose-Strümpfe herstellt? Interessant, aber Sie brauchen es sich gar nicht erst zu merken, denn dieser Bereich wurde nun verkauft. Genauer gesagt veräußerte Beiersdorf sein US-Tochterunternehmen Futuro, dass diese Produkte produziert. Damit setzt der Konzern seine Strategie fort, „sich auf das Kerngeschäft der Haut- und Schönheitspflege zu konzentrieren“, so der Kommentar von Beiersdorf-Chef Thomas-Bernd Quaas. Über die Verkaufssumme wurde nichts bekannt, der Käufer ist kein Geringerer als der amerikanische Mischkonzern 3M.
Veranstaltungstipp
Sie wohnen in der Nähe von Frankfurt/Main? Dann haben wir für den kommenden Samstag einen guten Veranstaltungstipp für Sie! Am 29. November findet von 9 bis 17 Uhr der Frankfurter Börsentag statt. Hier haben Sie reichlich Gelegenheit, sich über aktuelle Trends und Möglichkeiten, aber auch Risiken bei der Geldanlage zu informieren und auszutauschen. Neben rund 50 Ausstellern finden Sie hier zahlreiche Vorträge, in denen hochkarätige Referenten Stellung zu aktuellen Themen nehmen. Veranstaltet wird das ganze in der altehrwürdige Frankfurter Wertpapierbörse, Schirmherr ist Ministerpräsident Roland Koch. Der Eintritt ist kostenlos. Nähere Informationen finden Sie unter http://2008.frankfurter-boersentag.de/
Dienstag, 25. November 2008
Johnson & Johnson kauft profitables Biotech-Unternehmen
Mit rund zehn Prozent Minus seit Jahresanfang hat sich die Johnson&Johnson-Aktie in diesem Katastrophenjahr bislang wacker geschlagen – auf Eurobasis liegt der Kurs sogar leicht im Plus. Gestern zeigte sich der Gesundheitsmulti erneut von seiner starken Seite und präsentierte eine Übernahmeofferte. Für 438 Millionen Dollar will Johnson & Johnson das US-Unternehmen Omrix Biopharmaceutical übernehmen – den Chef und Gründer hat Johnson bereits überzeugt. Stimmen auch die restlichen Aktionäre dem Angebot zu, gelangt Johnson & Johnson an ein Biotechunternehmen, das bereits profitabel arbeitet und sich auf Produkte spezialisiert hat, die bei Operationen zum Einsatz kommen. Johnson & Johnson bleibt eine solide Langfristanlage.
SAP-Geschäft läuft stabil
In der aktuellen Krise hört man Schreckensmeldungen von allen Seiten. Jetzt kommentierte SAP-Co-Chef Leo Apotheker die aktuelle Geschäftsentwicklung jedoch vorsichtig optimistisch: „Es ist nicht schlechter geworden – es gibt Geschäft, und wir bewegen uns vorwärts!“
SAP hatte im Oktober seine Gewinnprognose für das laufende Jahr deutlich gekürzt und einen Sparkurs eingeleitet. Wie viele andere Konzerne leidet das Software-Unternehmen unter denAuswirkungen der aktuellen Finanzmarktkrise.
Alexander Fuchs, 32: „Nach dieser Äußerung des SAP-Vorstandes und positiven Nachrichten beispielsweise von Hewlett-Packard keimt erste Hoffnung in der Computerbranche auf, dass sich das schwächelnde IT-Geschäft stabilisiert. Die SAP-Aktie ist auf dem gedrückten Niveau ein Kauf.“
Montag, 24. November 2008
Wal-Mart erhält neuen Chef
Kaum ein Einzelhändlern gelingt es in der momentan schwierigen Wirtschaftslage, sich so robust zu entwickeln wie Wal-Mart. Mit seinem Discounter-Image erreicht der Konzern US-Bürger schmaler gewordenen Geldbeutel. Allerdings fährt Wal-Mart nicht nur auf der Billig-Schiene, sondern versucht auch Bevölkerungsschichten mit höherem Einkommen für sich zu gewinnen. Das Firmenmotto „Save Money. Live better“ (Spare Geld. Lebe besser) soll dies zum Ausdruck bringen. Im letzten Quartal hat das Werbeversprechen funktioniert. Umsatz und Gewinn zogen kräftig an (Wir haben darüber berichtet.
Die guten Quartalszahlen waren keine große Überraschung, der aber nun am Freitag angekündigte Wechsel an der Führungsspitze dafür umso mehr: Nächsten Februar tritt der seit neun Jahren amtierende Konzernchef Lee Scott zurück. Nachfolger wird der 58-Jährige Mike Duke, der bislang für das internationale Geschäft verantwortlich war.
Dells Stellenabbau zahlt sich aus
Nachdem Hewlett-Packard vergangenen Dienstag bereits mit erfreulichen Geschäftsergebnissen aufwartete, legte Dell nun nach. Der texanische PC-Riese hat im letzten Quartal zwar weniger umgesetzt als erhofft, beim Gewinn überzeugte das Unternehmen jedoch. Dell verdiente 727 Millionen Dollar und damit deutlich mehr als von den Börsianern erwartet. Die rigorosen Sparmaßnahmen, die Michael Dell seit seiner Rückkehr an die Unternehmensspitze vor zwei Jahren umsetzt, zahlen sich langsam aus. Unter anderem wurden 13 Prozent der Belegschaft abgebaut und die Produktion neu organisiert – Dell lässt nun bereits ein Viertel seiner Produkte von Auftragsfertigern herstellen. Bis 2011 sollen die Maßnahmen zu Einsparungen von drei Milliarden Dollar jährlich führen, gleichzeitig baut Dell sein Privatkundengeschäft über den Einzelhandel weiter aus. Mittlerweile vertreibt das Unternehmen seine PCs bereits in rund 20.000 Filialen von Elektro- und Supermärkten.
Angesichts des rauen wirtschaftlichen Umfelds und des ohnehin ruinösen Preiskampfs im PC-Geschäfts wirkt es, als kämpfe Michael Dell gegen Windmühlen. Die eingeleiteten Maßnahmen machen jedoch Hoffnung, dass das Unternehmen einigermaßen glimpflich durch die Krise kommt und wieder auf den Wachstumskurs zurückkehrt, sobald sich die Konjunktur erholt.
Freitag, 21. November 2008
Citigroup erhält Unterstützung aus Saudi-Arabien
Die im Strudel der Finanzkrise steckende Bank erhält überraschende Unterstützung aus Asien. Der Großaktionär Prinz Alwalid bin Talal kündigte gestern an, seinen Citigroup-Anteil auf fünf Prozent aufzustocken. Zudem stellte er sich demonstrativ hinter den Vorstandsvorsitzenden Vikram Pandit. Der Saudische Prinz ist sehr zuversichtlich, dass Citigroup die Krise meistern wird und am Ende als einer der Gewinner dastehen könnte.
Für Wirbel sorgten gestern zudem Zeitungsberichte, dass Konzernteile von Citigroup zum Verkauf stehen könnten. Eine Entscheidung sei allerdings noch nicht gefallen, das Management prüfe momentan verschiedene Optionen.
Die Aktien von Citigroup verloren im gestrigen Handel nochmals rund 25 Prozent an Wert. Aktionäre sollten die Aktien weiter halten da ein Verkauf auf dem tiefen Kursniveau unserer Meinung nach wenig Sinn macht.
PepsiCo bekräftigt Jahresziele
Der US-Getränke- und Lebensmittelkonzern PepsiCo hat trotz Konkjunkturflaute und Sonderbelastungen seine Gewinnziele für das laufende Geschäftsjahr bekräftigt. Aus der Restrukturierung bei Pepsi Bottling Group dürfte 2008 eine außerordentliche Belastung von sieben Cent je Aktie entstehen. Trotz dieser Sonderbelastung rechnet das Management damit, dass die prognostizierten Jahresziele erreicht werden können.
Nach wie vor will das Management die sich bietenden Wachstumschancen in Schwellenländer wie China und Indien nutzen. So möchte PepsiCo beispielsweise in China in den nächsten vier Jahren insgesamt rund eine Milliarde Dollar investieren.
AstraZeneca senkt Gewinnerwartungen
Der britisch-schwedische Pharmakonzern gab gestern bekannt, dass die eigenen Gewinnprognosen nicht ganz erreicht werden können. Die Gründe hierfür sind der allgemein harte Preiskampf und die Einführung eines Nachahmermedikaments eines Generikaherstellers auf Basis des Blockbusters Pulmicort (Asthmapräparat). Das Management von AstraZeneca rechnet aufgrund des Generikamedikaments mit geringeren Umsätzen bei Pulmicort.
AstraZeneca hat bereits eine einstweilige Verfügung gegen die Vermarktung des Nachahmermedikaments erreicht. Zusätzlich wurde eine Vermarktungsallianz mit dem US-Konzern Par Pharmaceutical geschlossen, mit dem Ziel selbst ein Generikum zu vertreiben. Des Weiteren will AstraZeneca weiter an der Kostenschraube drehen und wird bis zum Jahr 2013 zirka 1.400 Arbeitsplätze streichen. Betroffen sind die Produktionsstätten in Spanien, Belgien, Schweden und England.Fazit: Gestern gab der Aktienkurs zwar stark nach, aber trotzdem haben sich die Anteilscheine von AstraZeneca in der aktuellen Krise gut geschlagen – der Aktienkurs notiert auf dem Niveau vom Jahresanfang. Wir rechnen weiter mit einem schwierigen Umfeld, aber auch mit steigenden Aktienkursen in der Zukunft.
Donnerstag, 20. November 2008
Exxon fördert bald erstmals im Schwarzen Meer
Trotz Wirtschaftskrise verbraucht die Menschheit auch künftig gigantische Mengen an Öl. Langfristig ganz sicher noch weitaus mehr als heute. Deshalb müssen auch die Ölkonzerne ständig für Nachschub sorgen. Damit Exxon die Reserven nicht ausgehen, schließt der weltgrößte Ölkonzern ein Abkommen mit der staatlichen türkischen Ölgesellschaft TPAO. Gemeinsam wollen die Unternehmen auf rund 30.000 Quadratkilometern Vorkommen im Schwarzen Meer heben und sich die Einnahmen dann teilen. Schon Ende des kommenden Jahres soll die Förderung anlaufen.
Und das ist natürlich nicht das einzige neue Projekt von Exxon. Insgesamt laufen derzeit die Vorbereitungen für hundert neue Förderprojekte. Aktionäre müssen deshalb keine Sorge haben, dass dem Konzern das Öl ausgeht.
Aflac zeigt sich krisensicher
Seit 1955 bietet die amerikanische Versicherung Aflac speziellen Versicherungsschutz bei Krebserkrankungen an. Darüber hinaus hat sich der Konzern in den vergangenen Jahrzehnten auf Zusatzversicherungen wie Unfall-, Pflege- oder Berufsunfähigkeitsschutz spezialisiert.
In Europa ist die Gesellschaft eher unbekannt. Ganz anders in Japan und Nordamerika, beispielsweise hat jeder vierte japanische Haushalt eine Police bei Aflac.
Alexander Fuchs, 32: „In den aktuell turbulenten Börsenzeiten schlägt sich Aflac wacker. Der Aktienkurs ist zwar 2008 um über 35 Prozent gesunken, fundamental zeigt sich der Konzern bisher jedoch kerngesund. Während viele Finanzinstitute derzeit staatliche Rettungspakete in Anspruch nehmen, verzichtet Aflac auf Hilfen und erhöht die nächste Quartalsdividende.“
Mittwoch, 19. November 2008
Hewlett-Packard sorgt für positive Überraschung – Aktie zweistellig im Plus
Das wollte der Hightech-Riese nicht länger für sich behalten: Hewlett-Packard überraschte die Wall Street gestern mit Vorabzahlen für das im Oktober beendete Quartal. Der Computerriese steigerte den Gewinn pro Aktie auf 0,84 Dollar, dank der 13,9 Milliarden Dollar schweren Übernahme von EDS sprang der Umsatz um 19 Prozent auf 33,6 Milliarden Dollar. „Wir haben dank unserer weltweiten Aufstellung, der breiten Kundenbasis und zahlreicher Sparmaßnahmen ein weiteres solides Quartal abgeliefert“, gab sich Konzernchef Mark Hurd zufrieden. Die Börsianer waren es ebenfalls und beförderten die Aktie prozentual zweistellig ins Plus.
Medtronic reduziert Prognose
Während HP gestern positiv überraschte, bekamen die Medtronic-Aktionäre einen Schuss vor den Bug. Der Medizintechniker aus Minneapolis verdiente im letzten Quartal 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Sparen die Amerikaner wegen der Wirtschaftsflaute jetzt schon am Herzschrittmacher? Wohl kaum. Der Umsatz von Medtronic kletterte von August bis Oktober um 14 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar. Der Gewinnrückgang kam durch Strafzahlungen zustande. Wegen Patentstreitigkeiten überwies Medtronic unter anderem an Johnson & Johnson 229 Millionen Dollar. Ein weiterer Fakt kam bei den Aktionären ebenfalls nicht gut an: Der wiedererstarkte Dollar wird den Umsatz in diesem und im nächsten Quartal zusammen um 300 bis 400 Millionen Dollar drücken. Konzernchef Bill Hawkins hat deshalb die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende April) leicht reduziert, er rechnet jedoch weiterhin mit zweistelligem Gewinnwachstum.
Die Medtronic-Aktie gab gestern an der Wall Street 13 Prozent nach. Neben den Geschäftsergebnissen belastete eine Untersuchung der US-Justizbehörde den Kurs. Ehemalige Medtronic-Angestellte behaupten, das Unternehmen habe Ärzte bezahlt, damit diese das Knochenwachstumsmittel InFuse auch bei Behandlungen einsetzen, die von der Gesundheitsbehörde nicht genehmigt sind. Es bleibt abzuwarten, ob an den Vorwürfen etwas dran ist.
Der gestrige Tag war ein weiterer Schlag für die ohnehin in den letzten Jahren leidgeprüften Aktionäre. Wir sind jedoch vom langfristigen Potenzial des Unternehmens nach wie vor überzeugt. Die Medizintechnik ist ein Wachstumsmarkt und Medtronic gehört zu den erfolgreichsten Unternehmen. Früher oder später wird man dies auch wieder im Aktienkurs erkennen.
Dienstag, 18. November 2008
Citigroup wird radikal
Die Banken verbreiten derzeit nicht nur bei ihren Aktionären Angst und Schrecken, sondern auch bei ihren Mitarbeitern. Bislang fielen weltweit rund 160.000 Angestellte der Finanzkrise zum Opfer. Nachdem bei der Citigroup bereit 22.000 Mitarbeiter gehen mussten, setzen die Amerikaner nochmals den dicken Rotstift an: Über 50.000 weitere Arbeitsplätze werden gestrichen – damit verliert rund ein Siebtel der knapp 350.000 verbliebenen Mitarbeiter ihren Job. Diese und weitere Sparmaßnahmen sollen die Kosten um rund 20 Prozent drücken. Außerdem sollen weitere Unternehmensteile veräußert werden.
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Dieter Beck, 36: „Ohne Zweifel durchläuft die Citigroup momentan ihre größte Krise seit Jahrzehnten, weshalb ich Neueinsteigern auch zur Vorsicht rate. Denn das einstmals größte Finanzinstitut der Welt wird am Ende der Krise nicht mehr dasselbe sein wie davor. Gut möglich aber, dass dann dank der radikalen Einschnitte eine kleinere, aber schlagkräftigere Bank übrig bleibt.“
ADP: Ist eine niedrigere Prognose schlecht?
Für den Weltmarktführer bei Personaldienstleistungen ist die aktuelle Wirtschaftssituation alles andere als ideal. Wenn Arbeitsplätze in den USA verloren gehen, schrumpft auch der Markt von ADP. Doch angesichts dieses negativen Umfeldes schlägt sich ADP bislang passabel: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (startete am 1. Juni) übertraf man die Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte um fast zehn Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar, der Gewinn stieg sogar um 16 Prozent.
Doch allmählich wird sich das negative Wirtschaftsumfeld auch auf die Geschäfte von ADP niederschlagen, vorsorglich senkte der Konzernvorstand seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Statt wie bisher erwartet mit 9,39 bis 9,48 Milliarden Dollar Umsatz rechnet man nun in der Führungsetage nur noch mit 8,95 bis maximal 9,04 Milliarden Dollar. Zum Gewinn gab es keine Prognose, allerdings dürfte dieser auch entsprechend schwächer ausfallen.![]()
Frank Behlau, 36: „Eine reduzierte Umsatzprognose ist natürlich erst mal eine schlechte Nachricht. Entsprechend lang wurden die Gesichter der Analysten und auch die sowieso schon stark gebeutelte Aktie kam noch mehr unter Druck. Doch wenn man die neuen Prognosen mit den Umsatzzahlen aus dem vergangenen Jahr vergleicht, stellt man fest: Sollten sie erreicht werden, ist das immer noch eine kleine Steigerung – was ich angesichts der aktuell miesen Wirtschaftssituation für einen Personaldienstleister schon für eine ganz erstaunliche Leistung halte!“
Montag, 17. November 2008
Wal-Mart blickt zuversichtlich aufs Weihnachtsgeschäft
Wal-Mart ist dieses Jahr die beste Aktie im Dow Jones, mit einem Plus von 15 Prozent ist es sogar die einzige Aktie im US-Leitindex, die 2008 überhaupt im Plus liegt. Aus gutem Grund: Angesichts der Wirtschaftskrise und steigender Arbeitslosenzahlen drehen die Amerikaner derzeit jeden Cent zweimal um. Einkaufen beim Billigheimer Wal-Mart hat deshalb wieder Konjunktur. Das zeigen auch die jüngsten Geschäftsergebnisse. Im dritten Quartal steigerte der weltgrößte Einzelhändler den Umsatz um sieben Prozent auf 99 Milliarden Dollar, der Gewinn kletterte um zehn Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Auch auf das bevorstehende wichtige Weihnachtsgeschäft blickt das Unternehmen optimistisch. Spezielle Rabatte bei Spielzeug, Laptops und anderen Geschenkartikeln sollen die Kunden anlocken.
Während Wal-Mart in der Krise einerseits von seinem Billig-Image profitiert, könnte die Wirtschaftsflaute andererseits auch zu günstigen Übernahmen verhelfen. „Gut möglich, dass uns das nächste Jahr außergewöhnliche Zukaufmöglichkeiten beschert“, frohlockt Vorstandschef H. Lee Scott. Geld für Übernahmen hat Wal-Mart genug; die Kriegskasse ist mit über sechs Milliarden Dollar ordentlich gefüllt. Außerdem hat der Supermarktriese seine Expansion gedrosselt, das setzt finanzielle Mittel frei. Allein in den letzten drei Quartalen blieben unter dem Strich zwei Milliarden Dollar freier Cash Flow in der Kasse hängen. Das Einzige, was Wal-Mart derzeit stört, ist der steigende Dollar. Da der widererstarkte Greenback die Auslandsgewinne (19 Prozent vom Gesamtgewinn) bei der Umrechnung mindert, hat das Unternehmen die Ertragsprognose für das vierte Quartal etwas gesenkt. Auf der anderen Seite sorgt der Dollar-Anstieg bei uns europäischen Börsianern jedoch direkt für Kursgewinne – auf Euro-Basis liegt die Wal-Mart-Aktie dieses Jahr rund 30 Prozent im Plus.
Telefónica verbucht Gewinnrückgang
Im letzten Quartal hat Telefónica zwei Milliarden Euro verdient – klingt gut, aber für manche Börsianer doch erschreckend. Immerhin war im dritten Quartal 2007 ein Gewinn von vier Milliarden Euro erzielt worden. Allerdings hatte Telefónica damals durch den Verkauf der Fernsehtochter Endemol einen Sonderertrag von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Der bereinigte operative Gewinn, der in diesem Fall ein besseres Ertragsbild abgibt, sank um 15 Prozent.
Für das Gesamtjahr hat Telefónica die Prognose bestätigt: Der Umsatz soll zwischen 6 und 8 Prozent wachsen, der bereinigte operative Gewinn zwischen 7,5 und 11 Prozent.
Die Telefónica-Aktie hat in den letzten Monaten mit dem Gesamtmarkt gelitten. Derzeit notiert der Kurs rund 35 Prozent tiefer als vor einem Jahr. Erfahrungsgemäß ist Telefonieren aber nur wenig abhängig von der Konjunktur. Es spricht deshalb viel dafür, dass der Kurs nach unten übertrieben hat und sich wieder spürbar erholt.
Freitag, 14. November 2008
Britisches Pharmageschäft bremst Celesio aus
Europas größter Pharmahändler hat in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der Konzernüberschuss sank von 320 auf knapp 193 Millionen Euro. Der Umsatz blieb nahezu unverändert bei 16,3 Milliarden Euro. Vor allem das schwache Geschäft in Großbritannien, wo Celesio die Apothekenkette Lloyds Pharmacy betreibt, verhagelte dem Konzern das Ergebnis.
Zudem bremst Celesio seine Expansion. So hat das Management seine Zukäufe und die Eröffnung neuer Apotheken und Gesundheitszentren deutlich zurückgefahren. Diese eingeplanten Erträge fehlen dem Unternehmen ab dem laufenden vierten Quartal. Dennoch blickt der Vorstandschef Fritz Oesterle mit „relativem Optimismus“ in das kommende Geschäftsjahr.
Die Aktien von Celesio verloren in den letzten Monaten stark an Wert. Aktuelle notieren die Papiere noch knapp über 20 Euro und somit nahe der Tiefstkurse aus dem Jahr 2003. Neben einer soliden Kurschance erhält man eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent.
Intel senkt Umsatzziele
Der weltgrößte Computerchiphersteller Intel hat angesichts der düsteren Konjunkturaussichten überraschend seine Umsatzprognosen für den Rest des Jahres deutlich gesenkt. Intel rechnet nun für das vierte Quartal noch mit einem Umsatz zwischen 8,7 und 9,3 Milliarden Dollar. Vor vier Wochen erwartete das Management noch 10,1 bis 10,9 Milliarden Dollar. Gründe für die schlechteren Prognosen war die deutlich schwächere Nachfrage in allen Regionen und Marktsegmenten. Vor allem die PC-Hersteller verringerten ihre hohen Lagerbestände, so dass weniger neue Chips geordert wurden.
Die Aktionäre waren sehr überrascht über die Entwicklungen. Die Papiere verloren am gestrigen Handelstag rund acht Prozent an Wert. Wie bei vielen Aktien ist derzeit auch bei Intel Geduld notwendig. Investierte Anleger sollten die Papiere allerdings auf jeden Fall halten.
Donnerstag, 13. November 2008
E.ON wächst dann halt im Ausland
Die Stromversorgung in Deutschland ist ein einträgliches Geschäft – auch weil es nur wenig Wettbewerb gibt. E.ON und RWE sind hierzulande die dominanten Spieler der Branche. Seit der Liberalisierung des Marktes vor zehn Jahren haben sich die beiden Konzerne an mehr als 200 Stadtwerken beteiligt und bestimmen deshalb mit, wo der Strom eingekauft wird. Der Bundesgerichtshof will dieser monopolartigen Stellung einen Riegel vorschieben. Er hat eine Entscheidung des Bundeskartellamts bestätigt, die E.ON vor fünf Jahren eine Beteiligung an den Stadtwerken Eschwege untersagte. Damit sind wohl auch künftige Beteiligungen an Stadtwerken vom Tisch.
Wer jetzt glaubt, damit sei bei E.ON das Ende des Wachstums besiegelt, dürfte sich aber gewaltig irren. Seit Jahren legt das Management den Expansionsfokus immer mehr aufs Ausland. Und hier gibt es für den Düsseldorfer Versorger noch genügend Wachstumspotenzial.
Die gestern vorgelegten Neunmonatszahlen sind jedenfalls gut ausgefallen. Der Umsatz wuchs um 22 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro, der operative Gewinn stieg um 8 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Vor allem die neu erworbenen Beteiligungen in Spanien, Italien und Russland trugen das Wachstum.
E.ON bleibt in unseren Augen ein äußerst solides Investment, das sich auch in schwierigen Zeiten lohnen dürfte.ING meldet ersten Verlust der Unternehmensgeschichte
Im Oktober hatte die ING bereits erklärt, dass sie im dritten Quartal den ersten Verlust in ihrer Geschichte ausweisen müsse. Gestern legte der niederländische Finanzkonzern die Zahlen auf den Tisch. Unter dem Strich verbuchte die ING einen Verlust von 478 Millionen Euro nach einem Gewinn von 2,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Allein Abschreibungen auf Vermögenswerte belasteten das Ergebnis mit 1,5 Milliarden Euro. Vorstandschef Michel Tilmant geht wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten auch für 2009 davon aus, dass der Gewinn gedrückt wird.
Mit einer Pleite müssen die Aktionäre allerdings nach jetzigem Stand auf keinen Fall rechnen. Nach der Zehn-Milliarden-Euro-Kapitalspritze durch den niederländischen Staat ist das Unternehmen gut kapitalisiert. Laut Finanzchef John Hele ist dieses Finanzpolster „mehr als genug“. Fünf Milliarden Euro sollen in die Banksparte fließen, zwei Milliarden in das Versicherungsgeschäft. Mit den restlichen drei Milliarden soll die Verschuldung gedrückt werden.
Mittwoch, 12. Oktober 2008
Starbucks: Schwieriges Übergangsjahr
Einst war Starbucks die Lieblingsaktie von Millionen Aktionären, inzwischen sorgt das Papier nur noch für enttäuschte Gesichter. Doch es besteht Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende der Aktie.
Fundamental liegt noch einiges im Argen: Im abgelaufenen Quartal ist die Kaffeekette nur knapp an roten Zahlen vorbeigeschrammt. Grund dafür sind die massiven Umstrukturierungen, die Starbucks wieder auf Vordermann bringen sollen. Starbucks-Chef und Mitgründer Howard Schultz dünnt momentan den amerikanischen Heimatmarkt aus und lässt zahlreiche Filialen schließen. Der damit verbundene Stellenabbau belastete das Quartal mit 105 Millionen Dollar. Auch in Westeuropa werden die Expansionspläne zusammengestutzt, unter dem Strich soll die Anzahl der Filialen aber weiterwachsen.
Nach der schnellen Expansion in den vergangenen Jahren tritt Schultz massiv auf die Bremse. Dennoch soll die Zahl der Filialen im Geschäftsjahr 2009 außerhalb der USA unterm Strich um 700 steigen. Vorstandschef Schultz ist zuversichtlich, dass sein Konzern nach der Umstrukturierung 2009 wieder auf die Erfolgsspur zurückkehrt – trotz eines schwierigen Umfeldes.McDonald’s: Lockt neue Kunden
Die Schnellrestaurant-Kette McDonald’s war vor einigen Jahren in einer ähnlich prekären Situation wie Starbucks. Doch inzwischen läuft es wieder. So auch im dritten Quartal: Unter dem Strich verdiente der Konzern von 1,2 Milliarden Dollar und damit elf Prozent mehr im Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Der wichtigste Wachstumsmotor bei McDonald’s ist momentan – man höre und staune – Europa! Hier stieg der Umsatz um über 8 Prozent, außerdem sorgten wir Europäer für 23 Prozent mehr Gewinn. Erfreulich ist aber auch die Entwicklung auf dem Heimatmarkt USA, wo McDonald’s den teureren Restaurants Kunden wegschnappte.
Vodafone gibt Ausblick
Der Mobilfunkkonzern Vodafone hat eine Einschätzung zu seinen eigenen Jahreszielen abgegeben. Demnach halten die Briten trotz schwacher Weltkonjunktur an ihrem Gewinnziel fest. Erreichen wollen sie es dank günstigerer Devisenkurse und einem Sparprogramm. Das Umsatzziel wurde hingegen leicht gesenkt, die Dividende leicht erhöht.
Dienstag, 11. November 2008
HSBC weist mehr Gewinn aus – Quartalsdividende leicht erhöht
Genaue Zahlen wollte HSBC zwar nicht nennen, mit einem Zwischenbericht hat Europas größte Bank jedoch gestern versucht, die Aktionäre zu beruhigen. Im dritten Quartal hat das Institut mehr Gewinn ausgewiesen als im Vorjahreszeitraum. Für den Anstieg waren neue Bilanzrichtlinien verantwortlich, außerdem hat sich HSBC im Juli von sieben französischen Regionalbanken getrennt, was für einen Buchgewinn von 2,4 Milliarden Dollar sorgte. In den USA hat die Großbank weiterhin mit hohen Abschreibungen zu kämpfen. Sowohl bei Firmen- und als auch bei Privatkunden häufen sich die Kreditausfälle. Das Asiengeschäft soll sich nach Einschätzung von Konzernchef Michael Geoghegan zwar etwas abschwächen, jedoch grundsätzlich auf Wachstumskurs bleiben.
Positiv für die Aktionäre: HSBC sieht nach wie vor keine Notwendigkeit, staatliche Hilfe anzunehmen und zahlt weiter Dividende. Für das dritte Quartal beschloss der Konzern eine Ausschüttung von 0,18 Dollar je Aktie – das ist sogar ein Cent mehr als im Vorjahreszeitraum.
AIG und Fannie Mae melden gewaltige Verluste
Die beiden verstaatlichten Finanzriesen AIG und Fannie Mae schockierten die Wall Street gestern mit tiefroten Zahlen. AIG, der einst weltgrößte Versicherer, verbuchte im dritten Quartal ein Minus von 24,5 Milliarden Dollar; der Hypothekenfinanzierer Fannie Mae wies sogar einen Verlust von 29 Milliarden Dollar aus. Beide Institute werden von der amerikanischen Regierung weiterhin massiv gestützt, bei AIG mussten die Hilfsmaßnahmen innerhalb der letzten zwei Monaten auf 150 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Die USA werden alles tun, um die Firmen am Leben zu erhalten, je mehr Geld jedoch in die Unternehmen gepumpt wird, desto mehr verwässert der Anteil der verbleibenden Aktionäre. An der Börse sind die Papiere zu regelrechten Zockerwerten verkommen, die beinahe täglich prozentual zweistellig schwanken. Ein Verkauf der von uns im September abgestuften Aktien dürfte sich bei den meisten Anlegern nicht mehr lohnen – vom Einstieg oder Nachkauf raten wir aber dringend ab.
Montag, 10. November 2008
Whole Foods bekommt frisches Geld
Viele Amerikaner sehen es derzeit nicht ein, für teure Biolebensmittel Geld auszugeben. Whole Foods bekommt das direkt zu spüren. Im letzten Quartal ging der Umsatz auf vergleichbarer Fläche um rund ein Prozent zurück. Auch beim Gewinn machte Amerikas größte Biokette keine gute Figur, er schrumpfte von 34 auf 1,5 Millionen Dollar. In diesem Ergebnis waren allerdings zahlreiche Einmaleffekte enthalten, die vor allem durch die Übernahme des Konkurrenten Wild Oats anfielen.
Der Blick auf den Aktienkurs von Whole Foods tut in den Augen weh. Allein seit Jahresanfang hat die Aktie rund drei Viertel ihres Wertes verloren. Immerhin gelang es dem Konzern nun, frisches Geld in die Kasse zu holen. Die Beteiligungsgesellschaft Leonard Green & Partners hat für 425 Millionen Dollar Vorzugsaktien von Whole Foods gekauft. Mit dem Geld will das Unternehmen vor allem Schulden drücken, die durch die Großakquisition von Wild Oats auf 929 Millionen Dollar angewachsen sind. Insgesamt dürfte Whole Foods so besser durch die Rezession kommen und kann auch an seinen Wachstumsplänen festhalten. In den kommenden vier Jahren will das Unternehmen 66 neue Filialen eröffnen.
Securitas steht kurz vor Abspaltung
Es gibt in diesen düsteren Zeiten hin und wieder auch einen Lichtblick. Für einen solchen hat Securitas gesorgt. Der weltgrößte Sicherheitsdienstleister steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz um sieben Prozent auf 17 Milliarden Schwedische Kronen (1,7 Milliarden Euro). Der operative Gewinn sprang um 28 Prozent auf gut eine Milliarde Kronen (107 Millionen Euro). Vor allem die Gewinnmarge zeigt, dass Securitas der Umschwung gelungen ist. Sie ist in den letzten drei Quartalen von 4,6 auf 6,3 Prozent gestiegen.
Einen großen Fortschritt hat der Konzern auch bei der geplanten Abspaltung von Loomis gemacht. Die Geldtransporttochter soll nun im Dezember an die Börse gebracht werden.
Auf der anderen Seite lauert Vorstandschef Alf Göransson auf günstige Zukäufe. „In diesen turbulenten Zeiten werden einige Firmen Probleme mit ihrer Finanzierung bekommen. Dann wird es für uns billiger, Unternehmen zuzukaufen.“
Die Securitas-Aktie hat in den letzten Jahren bitter enttäuscht. Die Anzeichen mehren sich aber, dass der Umschwung gelungen ist.
Freitag, 7.November 2008
Novo Nordisk investiert in embryonale Stammzellen
Als erstes führende Pharmaunternehmen steckt Novo Nordisk öffentlich Geld in die Forschung mit embryonalen Stammzellen. Dazu kooperiert der weltgrößte Insulinproduzent mit der schwedischen Biotechfirma Cellartis. Das Besondere an dieser Meldung: Novo Nordisk bekennt sich zur umstrittenen Stammzelltherapie und könnte somit von den Aktionären scharf kritisiert werden. Bislang gab es aber noch keine negativen Reaktionen aus dem Lager der Investoren und das Management rechnet auch kaum mit Gegenwind. Schließlich zählt der Konzern zu den wachstumsstärksten der Branche. Im dritten Quartal kletterte der Gewinn um 22 Prozent auf 357 Millionen Euro und der Umsatz legte um 7 Prozent auf umgerechnet 1,5 Milliarden Euro zu.
Das Ziel der Kooperation mit Cellartis ist eine Zelltherapie zur Behandlung insulinabhängiger Diabetes. Laut Management werden zunächst Methoden entwickelt, um embryonale Stammzelllinien im Labor zur Reifung, Spezialisierung und Insulinproduktion anzuregen. Dadurch erhofft sich Novo Nordisk Zugang zu neuen Technologien und Möglichkeiten, um Diabetespatienten besser therapieren zu können.
Cisco mit guten Zahlen
Am Mittwoch vermeldete der Netzwerkgigant Cisco ordentliche Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftsquartal. Der Gewinn lag mit 2,2 Milliarden Dollar auf Vorjahresniveau. Wenn man verschiedene Sonderposten aus diesem Ergebnis ausklammert, wurde sogar einen Gewinnanstieg erzielt. Auch der Umsatz konnte um acht Prozent auf 10,3 Milliarden Dollar gesteigert werden.
Beim Ausblick auf das nächste Quartal hielt sich Cisco-Chef John Chambers vorsichtig zurück. Er geht davon aus, dass die Investitionsbereitschaft bei großen Unternehmen eher nachlässt. Aus diesem Grund machte er über die Gewinnentwicklung des laufenden Quartals keine Angaben. Der Umsatz soll leicht sinken. Chambers betonte jedoch, dass man sich mit Einsparungen im Milliardenbereich dieser schwierigen Situation stellen wird. Unter anderem sind Kürzungen bei Marketingmaßnahmen und Geschäftsreisen geplant.
Wir sind der Meinung, dass es Cisco gelingen wird, auch diese schwierige Phase zu überstehen. Cisco verfügt über eine komfortable Liquiditätslage von rund 20 Milliarden Dollar und ist damit von Fremdkrediten nahezu unabhängig. Sicherlich nicht die schlechteste Ausgangsposition in der aktuellen Finanzkrise.
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Tops und Flops im Oktober
Rabenschwarz präsentierte sich der Oktober in diesem Jahr und machte seinem Ruf als Crash-Monat alle Ehre. Von unseren 84 Wachstumsaktien schafften es nur 8 ins Plus. Zu den größten Verlierern zählten wegen der Bankenkrise wieder einmal viele Finanzwerte. Schmerzlich verloren hat auch die Biolebensmittelkette Whole Foods. Manche Börsianer befürchten, dass die Amerikaner in Zeiten der Wirtschaftskrise bei teuren Biolebensmitteln sparen werden und zudem könnte es sein, dass der Konzern wegen der Krise an den Kapitalmärkten eine Kapitalerhöhung durchführt. Wir werden Whole Foods weiter genau beobachten.
Zu den wenigen Glanzlichtern im abgelaufenen Monat zählten die Pharmaunternehmen Novo Nordisk und AstraZeneca. Beide Unternehmen haben starke Geschäftsergebnisse präsentiert und sogar die Jahresprognosen angehoben – das hört man in der Krise gern.
Donnerstag, 6. November 2008
Bei Total klingelt die Kasse
Der Ölpreis hat sich längst von seinem Höchststand verabschiedet, aber im Schnitt kostete das schwarze Gold im dritten Quartal immer noch 115 Dollar je Barrel. Der französische Ölriese Total hat deshalb im dritten Quartal 4,6 Milliarden Dollar verdient – sieben Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch für die Zukunft sorgt das Unternehmen vor. In Australien, Angola, Norwegen und Brunei hat Total neue Ölfelder entdeckt. Im Jemen, dem Golf von Mexiko und in Bolivien konnte die Förderung ausgeweitet werden.
Da der Ölpreis zuletzt deutlich gefallen ist und derzeit weniger als 70 Dollar je Barrel kostet, wird der Gewinn in den kommenden Monaten sicherlich niedriger ausfallen. Trotzdem geht es den Ölförderern immer noch blendend, vor fünf Jahren kostete der Schmierstoff der Weltwirtschaft weniger als die Hälfte. Deshalb kann es sich der Konzern auch erlaube, mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten. Die Halbjahresdividende wurde um 14 Prozent auf 1,14 Euro je Aktie angehoben und allein im letzten Quartal hat Total für 376 Millionen Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Dadurch steigt der Anteil, den die verbleibenden umlaufenden Aktien am Unternehmen ausmachen.
Nokia mit neuen Modellen und strafferer Struktur
Der weltweit führende Mobiltelefonhersteller hat eine Reihe neuer kostengünstiger Handys präsentiert. Die neuen Modelle enthalten erstmals im preisgünstigen Segment Zusatzfunktionen wie einen integrierten Musikspieler oder einen einfachen Internetzugang. Ab 2009 will Nokia hierfür auch in den aufstrebenden Wachstumsmärkten wie Indien und China den eigenen Internetdienst Ovi anbieten.
Die neuen Handys der Finnen, die zwischen 25 und 90 Euro kosten, werden auch in Europa verkauft und ergänzen hier das etablierte Produktsortiment.
Das Nokia-Management will sich aber nicht nur mit neuen Modellen gegen die aktuell schwierige Absatzlage rüsten, auch die Kosten werden gedrückt. Durch eine Umstrukturierung des Marketings, des Vertriebs, aber auch durch die Straffung der Sparten Forschung und Entwicklung streicht Nokia weltweit rund 600 Stellen.
Mittwoch, 5. November 2008
Emerson beendet erfolgreiches Jahr
Das Elektronikkonzern Emerson legte gestern besser als erwartet ausgefallene Zahlen vor und trieb damit seine Aktie um über zehn Prozent in die Höhe. Demnach stieg der Umsatz im vierten Quartal (das Geschäftsjahr endet bei Emerson am 30. September) um 11 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, der Gewinn kletterte um zehn Prozent auf 688 Millionen Dollar. Der größte Wachstumsschub kam aus dem Ausland, während die Geschäfte auf dem Heimatmarkt nur bescheiden zulegen konnten. Damit erreichte das Auslandsgeschäft einen neuen Rekordanteil von 54 Prozent am Gesamtumsatz. Für das Gesamtjahr erzielte das Unternehmen aus St. Louis ein Umsatzplus von 12 Prozent, der Gewinn stieg um 13 Prozent.
Angesichts der guten Zahlen wurde die Quartalsdividende um zehn Prozent auf 33 US-Cent pro Aktie erhöht. Mittlerweile erhöht Emerson die Dividende seit 52 Jahren in Folge.
Im Gegensatz zur hervorragenden Geschäftsentwicklung ging es mit dem Aktienkurs dieses Jahr kräftig bergab. Angesichts der guten fundamentalen Entwicklung sind das klare Kaufkurse!Swiss Re leidet unter Swaps
Weniger erfreuliche Nachrichten erreichten uns von der Swiss Re: Der Schweizer Rückversicherer ist im dritten Quartal mit 300 Millionen Franken in die Verlustzone gerutscht - dem ersten Verlust seit sechs Jahren. Der Konzern reagierte mit einem sofortigen Stopp des Aktienrückkaufprogramms, den Anteilseignern von Swiss Re wurde jedoch versichert, dass kein akuter Kapitalbedarf bestehe.
An der Börse wurde die Nachricht zunächst mit einem Kursverlust von sieben Prozent quittiert, am Ende des Handels gestern drehten die Aktien jedoch wieder ins Plus.
Das große Problem von Swiss Re sind Geschäfte mit sogenannten Kreditausfallderivaten (Credit Default Swaps), mit denen sich Anleger gegen Ausfallrisiken von Wertpapieren absichern. Die Verluste aus diesen Geschäften summieren sich bei dem Konzern inzwischen auf 2,8 Milliarden Franken. Allerdings betonte ein Konzernsprecher: „Wir sind kapitalkräftig genug, um die Papiere notfalls bis zum Ende der Laufzeit zu halten.“ Gleichzeitig bezifferte er den Kapitalüberschuss seines Unternehmens auf bis zu 5,5 Milliarden Franken. Sollte sich die Lage an den Finanzmärkten beruhigen, könne der Konzern seinen jetzt erst einmal gestoppten Aktienrückkauf wie vorgesehen bis 2010 abschließen. Bislang hat Swiss Re gut die Hälfte des 7,5 Milliarden Franken schweren Programms abgewickelt.
Swiss Re bekräftigte auf mittlere Sicht auch die ehrgeizigen Ergebnisziele. So verspricht der Rückversicherer weiterhin einen Gewinnzuwachs von 10 Prozent je Aktie und eine Eigenkapitalrendite von 14 Prozent.Beiersdorf wächst stärker als der Markt
Die ersten neun Monate dieses Jahres verliefen für den deutschen Kosmetikkonzern Beiersdorf sehr gut. Trotz der angespannten Wirtschaftslage stieg der Gewinn um knapp vier Prozent auf 394 Millionen Euro, der Umsatz zog sogar um fast 12 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro an. Der Vorstandsvorsitzende Thomas-Bernd Quaas freut sich: „Das organische Wachstum des Konzerns ist mehr als doppelt so hoch wie das Wachstum des Marktes. Besonders in den strategischen Wachstumsregionen Osteuropa, Asien und Lateinamerika gewinnt Beiersdorf Marktanteile hinzu. Die Geschäftsentwicklung in China verläuft sehr gut. Auch das Geschäft in Deutschland ist wieder deutlich gewachsen und hat durch Innovationen in der zweiten Jahreshälfte weitere Impulse erhalten.“ Quaas bestätigte seine Jahresprognose und zeigte sich auch für das kommende Geschäftsjahr trotz der Unwägbarkeiten wegen der Finanzkrise grundsätzlich optimistisch. Eine Prognose wird er aber erst im Frühjahr 2009 geben.
Dienstag, 4. November 2008
Exxon mit Rekordgewinn
ExxonMobil setzt neue Maßstäbe. Der Ölgigant ist nicht nur das weltgrößte börsennotierte Unternehmen, sondern hat aufgrund des hohen Ölpreises im abgelaufenen Quartal auch den höchsten Gewinn der US-Börsengeschichte eingefahren. Exxon verdiente trotz der Einbußen durch Wirbelstürme 14,8 Milliarden Dollar und damit 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch der Umsatz konnte deutlich zulegen, er kletterte um 35 Prozent auf 138 Milliarden Dollar.
Alexander Fuchs, 32: „Die Aktien der Ölmultis wie Exxon sind attraktiv, zwar ist in den letzten Wochen der Ölpreis gefallen und hat die Aktien mit nach unten gezogen. Aber der Preis für das schwarze Gold wird durch die global steigende Nachfrage langfristig wieder teurer werden. ExxonMobil bleibt daher ein klarer Kaufkandidat.“
AstraZeneca erhöht Prognose und wittert Übernahmechancen
Pharmaaktien gelten in der momentanen Krise als sicherer Hafen. Der britische AstraZeneca-Konzern untermauert diese Ansicht. Nicht nur, dass die Aktie seit Jahresanfang 12 Prozent im Plus liegt, der Pillendreher hat auch starke Zahlen für das letzte Quartal präsentiert. Astra steigerte den Umsatz um neun Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar, der Gewinn machte sogar einen Sprung von 28 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Für Wachstum sorgt unter anderem die erweiterte Zulassung für das Präparat Seroquel, seit Mai ist das Schizophreniemittel auch gegen manische Depression zugelassen. Darüber hinaus streicht Astra die Kosten zusammen, bis 2010 sollen 11 Prozent der Stellen abgebaut werden. Aktienrückkäufe setzt der Konzern vorübergehend aus. Mit dem Geld will das Management Übernahmemöglichkeiten wahrnehmen, die sich im Zuge der Wirtschaftskrise ergeben dürften.
Montag, 3. November 2008
Colgate-Palmolive: Und es wird doch weiter Zähne geputzt ...
Äußerst erfreuliche Quartalszahlen lieferte Colgate-Palmolive. Höhere Verkaufspreise und eine gestiegene Nachfrage in Schwellenländern haben dem Konsumgüterhersteller zu einem höher als erwarteten Gewinn verholfen. Der Ertrag kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf rund 500 Millionen Dollar. Der Umsatz zog um 13 Prozent auf fast vier Milliarden Dollar an. Vor allem bei Zahnpasta, Zahnbürsten, Mundwasser, Seife und Shampoo konnte der Konzern nach eigenen Angaben Marktanteile hinzugewinnen. Colgate-Chef Ian Cook rechnet für das kommende Jahr sogar mit einer weiter steigenden Gewinnmarge.
Walgreen räumt auf
Drogerieketten gelten als wenig konjunkturabhängig. Beim US-Riesen Walgreen hinterlässt die Konsumflaute dennoch deutliche Bremsspuren. Für das im August abgelaufene Geschäftsjahr wies der Konzern zwar ein immer noch ordentliches Umsatzplus von zehn Prozent aus, das war jedoch der schwächste Zuwachs seit mehr als zehn Jahren. In drei der fünf letzten Quartale enttäuschte das Unternehmen die Erwartungen der Börsianer, da zudem die Übernahme des Konkurrenten Longs Drug Stores floppte, musste Walgreen-Chef Jeffrey A. Rein Mitte Oktober seinen Hut nehmen. Aufsichtsratsmitglied Alan G. McNally hat bis auf Weiteres die Führung übernommen und schiebt schon einmal ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm an. Filialen sollen modernisiert, Stellen abgebaut und die Zahl der Zulieferer reduziert werden. Diese und weitere Maßnahmen sollen bis 2011 zu jährlichen Einsparungen von einer Milliarde Dollar führen. Gleichzeitig sieht der Konzern großes Wachstumspotenzial für seine Gesundheitspraxen – deren Anzahl soll von 600 auf über 800 wachsen. Einen Wachstumsschub könnte auch der nächste US-Präsident bringen. Beide Kandidaten – sowohl McCain als auch Obama – haben in ihrem Wahlprogramm angekündigt, dass sie die Gesundheitsversorgung der Amerikaner verbessern wollen.
Auch ohne staatliche Schützenhilfe trauen wir Walgreen zu, dass der Konzern die momentane Konsumflaute meistert und langfristig seinen Wachstumskurs fortsetzt. Der Kursrückgang von gut einem Drittel seit Jahresanfang eröffnet Langfristanlegern eine Einstiegschance.
Freitag, 31. Oktober 2008
Unilever mit Gewinnsprung
Der Konsumgüterriese Unilever vermeldete im dritten Quartal einen Gewinnsprung. Der Gewinn stieg um sechzig Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Beim Umsatz wurde eine währungsbereinigte Steigerung von sieben Prozent erzielt. Konzernchef Patrick Cescau zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Quartalsergebnis. Trotz der aktuell schwierigen Zeit konnte Unilever besonders in Osteuropa sehr stark wachsen. Auch in den Absatzmärkten Indien, China und Indonesien liefen die Geschäfte besser als erwartet. Gerade in stürmischen Börsenzeiten zeigt sich, dass jeder Anleger auch auf Titel setzen sollte, die ein relativ krisensicheres Geschäftsmodell vorweisen können. Getreu dem Motto „Getrunken und Gegessen wird immer“ sollten Wachstumsstrategen die aktuell günstigen Kurse bei Unilever zum Nachkauf nutzen.
Avon wächst kräftig weiter
Auch der US-Kosmetikriese Avon präsentierte gestern gute Zahlen. Der Konzern hat im abgelaufenen drittem Quartal einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar vermeldet. Beim Gewinn verbuchte Avon ein Plus von 60 Prozent. Die guten Zahlen wurden durch starke Umsatzzuwächse in Brasilien sowie Lateinamerika erzielt. Langfristig überzeugt Avon auf Grund der erfolgreichen Strategie ohnehin mit hervorragenden Geschäftsergebnissen und einem starken Kursverlauf. Wir raten allen Anlegern, trotz Börsenkrise an den Papieren von Avon festzuhalten und gegebenenfalls ihre Positionen aufzustocken.
Donnerstag, 30. Oktober 2008
Procter & Gamble verkauft immer gut
Es gibt Unternehmen, auf die ist immer Verlass. Procter & Gamble ist ein solcher Ausnahmekonzern. Selbst in Krisenzeiten verdient der Markenmulti sicheres Geld. Im abgelaufenen Quartal steigerte der weltgrößte Konsumgüterhersteller seinen Gewinn um neun Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz wuchs um neun Prozent auf 22 Milliarden Dollar. Dank einer verringerten Zahl von umlaufenden Aktien stieg der Gewinn je Aktie im dritten Quartal um zwölf Prozent.
Sicherlich wird auch Procter & Gamble nicht völlig ungeschoren durch die anstehende weltweite Wirtschaftsschwäche kommen, aber der Konzern verkauft alltägliche Güter, auf die die Menschen auch dann kaum verzichten, wenn die Konjunktur mal vorübergehend rückwärts läuft. Während ein Autokauf in schlechten Zeiten schnell verschoben wird, machen kleine Kinder auch weiterhin in Pampers-Windeln, Gillette-Rasierer und Ariel-Waschmittel werden ebenfalls weiter gebraucht.Omnicom wächst kontinuierlich
In Wirtschaftskrisen schnallen Unternehmen den Gürtel enger, auch die Werbebudgets werden dann gekürzt. Allerdings leiden nicht alle Werbefirmen gleichermaßen in Krisenzeiten. So wuchsen Umsatz und Gewinn von Omnicom auch in der Rezession nach dem Jahr 2000. Im letzten Quartal steigerte Omnicom den Gewinn um sechs Prozent und den Umsatz um sieben Prozent.
Trotz der soliden Entwicklung bleibt Omnicom vorsichtig für die kommenden Monate. Es könne durchaus sein, dass die Krise auch Omnicom betreffe, erklärte der Vorstandsvorsitzende John Wren. Vor allem von Autoherstellern erwartet er weniger Werbeaufträge. Deshalb sollen vorerst auch keine neuen Mitarbeiter eingestellt werden.
Diese Vorsicht ist angesichts der Krise angemessen. Allerdings kann man auch davon ausgehen, dass gerade Omnicom als Marktführer mit am besten durch die Krise kommt.
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Hoffnung an der Wall Street – Dow plus 11 Prozent
Was für eine Rallye. Der Dow Jones schoss gestern um 889 Punkte auf 9.065 Zähler nach oben – der zweithöchste Punktgewinn der Geschichte des US-Börsenbarometers. Auch der breitere S&P-500-Index verzeichnete das zweitbeste Ergebnis seit Bestehen. Positive fundamentale Nachrichten waren für die Kursexplosion nicht verantwortlich. An der Wall Street machte sich jedoch Hoffnung breit, dass die amerikanische Notenbank Fed heute die Zinsen senkt und so die eingefrorenen Kreditmärkte weiter auftaut. In den vergangenen Tagen hatte sich der sogenannte Interbankenmarkt – hier leihen sich Banken untereinander Geld – leicht entspannt. Neben der Hoffnung auf sinkende Zinsen dürften Schnäppchenjäger für den Kursanstieg verantwortlich gewesen sein. Viele Aktien sind zuletzt derart gefallen, dass einige Anleger nicht mehr widerstehen können.
Entwarnung kann natürlich noch lange nicht gegeben werden. Zu oft haben wir in den letzten Wochen erlebt, dass auf eine deutliche Erholung wieder der Ausverkauf folgte. Der Anstieg zeigt jedoch, wie schnell es nach oben gehen kann, wenn die Stimmung dreht.Aegon bekommt Kapitalspritze vom Staat – Schlussdividende gestrichen
...mehr dazu in der Frage des Tages.BP zahlt 29 Prozent mehr Dividende
Obwohl der Ölpreis in den letzten Monaten mächtig nachgegeben hat, lag er im dritten Quartal immer noch deutlich höher als im Vorjahreszeitraum. BP präsentierte deshalb gestern sehenswerte Zahlen. Der britische Ölmulti steigerte den Umsatz um 45 Prozent auf 103 Milliarden Dollar, der Gewinn sprang sogar um 83 Prozent auf über 8 Milliarden Dollar. Die positive Entwicklung nahm Konzernchef Tony Hayward zum Anlass und schraubte die Quartalsdividende auf 14 US-Cents je Aktie, 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Das gefiel den Börsianern. Nachdem die Aktie in den letzten Monaten Federn lassen musste, ging es gestern um rund zehn Prozent nach oben.
Während BP im dritten Quartal noch vom hohen Ölpreis profitierte, dürfte der Preisrückgang im vierten Quartal die Gewinne schmelzen lassen. Allerdings hat der niedrigere Preis für das schwarze Gold nicht nur negative Auswirkungen auf die Ölriesen. Zwar schrumpfen dadurch die Gewinne in der Ölförderung, im Gegenzug steigen jedoch die Margen im Raffineriegeschäft wieder. Zuvor litten BP & Co. darunter, dass sie die höheren Ölpreise nicht voll an die Endkunden weitergeben konnten. Darüber hinaus dürften die Kosten für Bohrausrüstung aufgrund geringerer Nachfrage nicht mehr so dramatisch steigen. Und gleichzeitig dürfte es für große Ölkonzerne einfacher werden, an neue Reserven zu gelangen und preiswert zuzukaufen. BP will die Augen nach Übernahmemöglichkeiten offenhalten.Altria erhöht Preise und Marktanteil
Obwohl in den USA immer weniger geraucht wird, gelingt es dem Tabakriesen Altria, Umsatz und Gewinn zu steigern. 37,5 Millionen Zigaretten hat das auf die USA fixierte Unternehmen von Juli bis September verkauft – vier Prozent weniger als im Vorjahr. Dank Preiserhöhungen und eines leicht gestiegenen Marktanteils der Kernmarke Marlboro kletterte jedoch der Umsatz um 5 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn ging zwar um 67 Prozent zurück, jedoch nur, weil im Vorjahr noch die Auslandstochter Philip Morris International zum Konzern gehörte. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg um 15 Prozent.
Dienstag, 28. Oktober 2008
Microsoft: Vom Schreibtisch ins Internet
Etwas Zuversicht in schwierigen Zeiten versprühte Microsoft mit seinen Zahlen für das abgelaufene erste Geschäftsquartal. Der operative Gewinn stieg um drei Prozent auf knapp 6 Milliarden Dollar, der Umsatz um 9 Prozent auf 15,1 Milliarden Dollar. Positiv überraschten die Softwareverkäufe und die Nachfrage nach Videospielkonsolen.
Auch der Ausblick kann sich sehen lassen: Zwar rechnet der weltgrößte Softwarekonzern in den nächsten Monaten mit Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftsschwäche, bis zum Ende des Geschäftsjahres (läuft bis Sommer 2009) sollen die Umsätze aber zulegen. Dank der langlaufenden Verträge mit Geschäftskunden wird Microsoft einen Großteil des Umsatzes unabhängig vom Konjunkturverlauf erwirtschaften. So legte der Umsatz der Office-Sparte (Word, Excel etc.) auch im letzten Quartal um 20 Prozent zu.
Wichtigster Bereich des Unternehmens bleibt jedoch das Geschäft mit Betriebssystemen. Mit der nächsten Softwaregeneration wird Microsoft einen radikalen Kurswechsel vollziehen. Im Zentrum soll künftig weniger als bisher der einzelne Computer auf dem Schreibtisch stehen, sondern vielmehr das Internet als gigantischer Datenspeicher mit Zugang von überall. Auf einer Entwicklerkonferenz in Los Angeles lüftete Microsoft gestern ein Stück weit das Geheimnis und gab erstmals einen Blick frei auf den Nachfolger des aktuellen Betriebssystems Vista. Der offizielle Start wird für Anfang 2010 erwartet, eventuell auch schon Ende 2009, so die Spekulationen.
Canon verdient weniger und reduziert Prognose
Canon, der weltgrößte Hersteller von Digitalkameras, hat im letzten Quartal weniger verdient. Der Nettogewinn sank von 105 Milliarden Japanischen Yen im Vorjahresquartal auf 83 Milliarden (700 Millionen Euro). Für das laufende Jahr rechnet der Konzern mit einem Nettogewinn von 375 Milliarden Yen. Das Management war zuvor von 500 Milliarden ausgegangen. Zurückzuführen ist der harsche Rückgang auf die Stärke des Japanischen Yen, die den Verdienst von Canon sinken lässt, aber auch die weltweite Finanzkrise, die viele Verbraucher von einer Kamera- oder Drucker-Neuanschaffung abschreckt.
Alexander Fuchs, 32: „Der Leitindex Nikkei ist infolge des weltweiten Konjunkturabschwungs und des starken Yens auf den tiefsten Stand seit 1982 abgestürzt. Davon bleibt auch Canon nicht verschont. Wie viele andere exportabhängige Japaner leidet auch der Elektronikkonzern unter der aktuellen Situation. Die Canon-Aktie notiert auf dem Stand von 2003. Auf dem derzeit gedrückten Niveau ist nicht nur die schwächere Gewinnsituation, sondern auch eine große Portion Pessimismus enthalten. Canon bleibt unsere Japan-Empfehlung.“
Montag, 27. Oktober 2008
Nestlé – Fels in der Brandung
Fast ohne Blessuren kommt derzeit die Nestlé-Aktie über die Runden. Seit Jahresanfang hat sie gerade einmal um fünf Prozent nachgegeben. Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller gilt in Zeiten der Banken- und Wirtschaftsflaute als Fels in der Brandung und untermauert das auch mit den jüngsten Umsatzzahlen. In den ersten neun Monaten kletterte der um Währungseffekte und Zukäufe bereinigte Absatz um neun Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Börsianer. Eine weitere positive Überraschung: Auch die Prognose für das Gesamtjahr wurde angehoben. Dank starker Markennamen wie Nescafé, Alete und Maggi gelingt es dem Unternehmen sogar, die Preise zu erhöhen, ohne die Kundschaft zu vergraulen. Seit Jahresanfang wurden Nestlé-Produkte um drei bis zehn Prozent teurer. Die Aktie ist ein Basisinvestment im Nahrungsmittelbereich.
ITT zeigt Stärke
In der jetzigen Phase fallen so gut wie alle Aktienkurse. Dennoch lohnt es sich, einen Blick auf die Unternehmen selbst zu werfen. ITT etwa kommt zumindest bisher recht gut durch die Wirtschaftskrise. Im letzten Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft kletterte um 26 Prozent auf 205 Millionen Dollar.
Für 2009 erwartet das Management – logischerweise – kein leichtes Umfeld. Darauf will man sich rechtzeitig einstellen und strukturiert im vierten Quartal um. Das wird den Gewinn belasten, macht den Konzern aber fit für die wahrscheinliche Rezession.
Momentan kann man noch weniger einschätzen als sonst, wie sich die Aktienkurse in der nächsten Zeit entwickeln. Als Anleger muss man auf jeden Fall mit sehr großen Schwankungen umgehen können. Langfristig sind wir aber davon überzeugt, dass ITT gut durch die Krise kommen wird.
Freitag, 24. Oktober 2008
Weiter auf Talfahrt
Nach dem tiefen Sturz der asiatischen Märkte verzeichnet auch der Frankfurter Aktienmarkt am heutigen Freitag starke Abschläge. Der DAX notiert zur Mittagszeit bei neun Prozent im Minus.
Die Panik steht vielen Börsianern momentan ins Gesicht geschrieben. Börse Aktuell hat sogar sein Berater-Team personell aufgestockt und in Telefon-Seelsorge umgetauft (Tel.: 0711/61414 111).Unser Rat: Erst einmal durchatmen, sammeln und klar nachdenken. Die Weltwirtschaft hat schon viele Krisen überstanden, und sie wird auch dieses Mal nicht untergehen. Hausfinanzierungen, Kapitalanlagen, Girokonten - kurz Bankdienstleistungen - werden auch in Zukunft weltweit gefragt sein. Sobald sich die Vertrauenskrise unter den Banken gelegt hat, werden diese daher auch wieder gutes Geld verdienen. Sicherlich, wer jetzt Aktien kauft, der braucht viel Mut und Disziplin. Mut, jetzt gegen den Strom zu schwimmen, wenn die ganze Welt von Aktien abrät. Und Disziplin, um nicht gleich in Panik zu verfallen, falls die Kurse doch noch weiter nachgeben.
Amgen erhöht Jahresprognose
Der Biotechkonzern hat nach einem starken Quartalsergebnis die Jahresprognose angehoben. Der Gewinn je Aktie soll im Gesamtjahr zwischen 4,45 und 4,55 US-Dollar liegen, beim Umsatz plant das Management zwischen 14,9 und 15,2 Milliarden Dollar. Damit erhöht Amgen bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die eigenen Planzahlen. Auch bei den Ergebnissen des dritten Quartals konnte Amgen überzeugen. Der Nettogewinn stieg auf 1,16 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sieben Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar.
Die Zahlen bei Amgen zeigen, dass aktuell nicht alle Unternehmen von den negativen Wirtschaftsdaten erfasst werden. Die Aktien konnten in den letzten sechs Monaten trotz der aktuellen Kursrückgänge an den Weltbörsen auf Dollarbasis knapp 40 Prozent an Wert zulegen, auf Euro-Basis sogar um mehr als 50 Prozent. Wie gut die Zahlen an den Börsen aufgenommen werden, zeigt die aktuelle Kursreaktion: Die Aktien legten am gestrigen Handelverlauf um über zehn Prozent zu. Die Chancen stehen gut, dass die Papiere weiter klettern werden.
Auf Air Liquide ist Verlass
Der französische Hersteller von Industriegasen hat gestern über seine Umsatzzahlen für das dritte Quartal berichtet. Der Konzern konnte für die Monate Juli bis September eine Umsatzsteigerung von 10 Prozent ausweisen. Gleichzeitig bestätigte Air Liquide den Ausblick für das Gesamtjahr. Für 2008 erwartet der Konzern einen zweistelligen Anstieg beim Nettogewinn.
Wir sehen diese Nachricht als sehr positiv. Für viele Unternehmen ist es schwierig, auf Grund der konjunkturellen Unsicherheiten die Entwicklung des Geschäfts abzuschätzen. Umso positiver sind die Aussagen des Managements von Air Liquide zu werten.
Sicherlich bleibt auch für Air Liquide das Risiko einer allgemeinen Wirtschaftsabschwächung. In der Vergangenheit hat sich der Konzern jedoch auch in konjunkturell schwachen Zeiten gut geschlagen und anschließend wieder neue Gewinnrekorde verbucht. Wir sind deshalb der Meinung, dass man den 40-prozentigen Kursrückgang seit Jahresanfang zum Nachkauf nutzen sollte.
Donnerstag, 23. Oktober 2008
Bei Philip Morris kommt Krise nicht an
Rauchen kennt keine Konjunkturkrise – offensichtlich ist sogar eher das Gegenteil der Fall. Die Quartalszahlen von Philip Morris International sind jedenfalls wieder einmal blendend ausgefallen. Der Konzern, der die weltbekannte Marke Marlboro außerhalb der USA vertreibt, hat im letzten Quartal seinen Umsatz um 18 Prozent und den Gewinn um 20 Prozent gesteigert. Dank der guten Geschäftsentwicklung wurde auch die Quartalsdividende angehoben. Sie steigt von 46 auf 54 Cent je Aktie. Hochgerechnet aufs Jahr sind das 2,16 Dollar beziehungsweise eine Dividendenrendite von fünf Prozent.
McDonald’s profitiert von der Krise
Die Amerikaner sparen sich angesichts der Wirtschaftskrise Besuche in teuren Restaurants – und gehen stattdessen zu McDonald’s essen. Kaum anders können die aktuellen Quartalszahlen der Restaurantkette interpretiert werden.
Von Juli bis September hat der Konzern 1,2 Milliarden Dollar verdient, das sind elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz wuchs um sechs Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Auch im Oktober sollen die Geschäfte laut Vorstandschef Jim Skinner bisher gut gelaufen sein.![]()
Christoph Wendling, 34: „Die McDonald’s-Aktie ist auch in der Krise ein Top-Papier. Wir raten den Anlegern, investiert zu bleiben.“
Mittwoch, 22. Oktober 2008
H&M weiter auf Wachstumskurs
Die Verunsicherung der Konsumenten rund um den Globus geht auch nicht spurlos an der Bekleidungskette H&M vorüber. Dennoch halten die Schweden an ihren Wachstumszielen fest und planen allein im vierten Quartal 114 neue Geschäfte. Zehn sollen dabei in Deutschland eröffnet werden, dem wichtigsten Standort des Konzerns. Hierzulande gibt es bereits 330 Klamottenläden von H&M, doch ein Ende der Fahnenstange sieht das Management nicht erreicht. Die Planung sei mittel- und langfristig angelegt und stehe nicht auf dem Prüfstand, so ein Konzernsprecher. Und weiter: „Es gibt noch viel, viel Potenzial, wohin wir expandieren können. Die Möglichkeiten, gute Standorte zu mieten, haben zugenommen.“ Dabei trifft man immer öfter in den sogenannten Prachtmeilen der Großstädte auf Niederlassungen der Billigheimer. In Düsseldorf eröffnete am Dienstag auf der Königsallee das insgesamt sechste Geschäft der Stadt. Weitere Zweigstellen öffneten am gleichen Tag ihre Pforten in Berlin, Ratingen und Hildesheim.
Schering-Plough – besser als erwartet
Der amerikanische Pharmakonzern Schering-Plough musste im letzten Quartal einen Gewinnrückgang von 0,45 Dollar je Aktie im Vorjahr auf 0,34 Dollar hinnehmen.
Das Schering-Plough-Management hatte jedoch auch positive Nachrichten parat, der Umsatz legte auf 5,1 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der Experten deutlich, die im Schnitt mit 4,5 Milliarden gerechnet hatten. Angetrieben wurde das Ergebnis vor allem durch die Übernahme des Biotech-Spezialisten Organon BioSciences. Schering-Plough hat aufgrund des Gewinnrückgangs bereits im Vorfeld ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm mit Stellenstreichungen angekündigt.
Dienstag. 21. Oktober 2008
HSBC nutzt Krise für Zukauf
HSBC zählte zu den ersten Banken, die wegen der Immobilienkrise in die Schlagzeilen gerieten. Bereits im Februar 2007 warnte der britische Konzern vor höheren Abschreibungen. Inzwischen zeigt sich jedoch, dass Europas größte Bank weit weniger von der Finanzmarktkrise betroffen ist als viele Konkurrenten. Das Hilfspaket der britischen Regierung hat HSBC abgelehnt, der Konzern habe genügend eigene Mittel, um die Krise zu meistern. Das Finanzinstitut unterstützt sogar andere Banken und sorgt im ausgetrockneten Interbankenmarkt für Liquidität. Finanzchef Douglas Flint sieht in der Krise auch Chancen für günstige Übernahmen. In Indonesien haben die Briten gestern zugeschlagen. Für 608 Millionen Dollar schluckt HSBC die Bank Economi und verdoppelt damit die Anzahl der Filialen auf über 190. Gut möglich, dass HSBC in der Krise noch den ein oder anderen größeren Brocken an Land zieht.
Procter & Gamble startet Direktvertrieb im Internet
Ab sofort vertreibt Procter & Gamble in den USA sein Sortiment testweise über das Internet. Im eigenen Online-Shop www.theessentials.com verkauft der Konzern ausschließlich eigene Marken wie Pampers, Gillette und Oral-B. Eine Neuheit, denn bisher wagten die großen Konsumgüterhersteller nicht den Weg der Direktvermarktung, auch aus Angst, damit große Handelspartner wie beispielsweise Wal-Mart zu verärgern.
Alexander Fuchs, 32: „Der Internethandel hat sich inzwischen etabliert und wird auch für Konzerne wie Procter & Gamble immer interessanter. Die Procter-Aktie hat in der aktuellen Finanzkrise Federn lassen müssen, dennoch bleibt sie für uns ein Basisinvestment in einem gut gestreuten Depot.“
Montag, 20. Oktober 2008
Gewinnwarnung und Dividendenkürzung bei ING – Staat gibt Kapitalspritze
Der niederländische Allfinanzkonzern überraschte die Börse am Freitag mit einer Gewinnwarnung für das dritte Quartal. ING muss 1,6 Milliarden Euro auf Aktien, Anleihen und andere Investments abschreiben – unter anderem war das Unternehmen an der pleitegegangenen Investmentbank Lehman Brothers beteiligt. Ein weiterer herber Schlag für die Aktionäre: Die Schlussdividende für das laufende Jahr wird gestrichen.
Die Börse reagierte auf die Nachrichten mit panikartigem Verkaufsdruck, am Freitag brach die Aktie um bis zu 27 Prozent ein – der höchste Tagesverlust seit der Entstehung des Unternehmens 1991. Heute startete die Aktie mit einem Plus in den Handel, nachdem am Sonntag bekannt geworden war, dass ING von der niederländischen Regierung eine Kapitalspritze in Höhe von zehn Milliarden Euro erhält.
Harley-Davidson leidet
Der Motorradhersteller Harley-Davidson bekommt die momentan wirtschaftlich schwierige Situation in den USA deutlich zu spüren. Die zunehmende Konsumzurückhaltung erreicht auch den Luxusbereich, in den Harley mit seinen bis zu 35.000 Dollar teuren Motorrädern gehört. Das zeigen auch die Zahlen für das letzte Quartal, in dem der Absatz in den USA um 15 Prozent auf rund 59.000 Motorräder zurückgegangen ist. Außerhalb der Vereinigten Staaten läuft es wesentlich besser, doch konnte das den Rückgang auf dem Heimatmarkt nicht ausgleichen. Unter dem Strich ging der Konzernumsatz um 7,7 Prozent zurück, der Gewinn fiel um 37 Prozent auf 165 Millionen Dollar.
Dieter Beck, 36: "In seiner langjährigen Geschichte musste Harley schon mit vielen Krisen fertig werden. In den 60er Jahren war es die japanische Konkurrenz, die mit billigen Modellen auf den Markt drang. 1982 wurden wegen einer Rezession 40 Prozent der Belegschaft gekündigt. Jetzt ist es die Finanzkrise, die Harley das Leben schwermacht. Doch der Konzern wird auch diese Herausforderung überstehen. Die miese Wirtschaftslage wird nicht ewig anhalten. Und da im aktuell sehr niedrigen Kursniveau schon sehr viel Pessimismus enthalten ist, könnte das für Langfristinvestoren eine hervorragende Kaufgelegenheit sein. Alles, was Sie mitbringen müssen, sind Geld, Geduld und gute Nerven.“
Freitag, 17. Oktober 2008
Wachstumsdelle bei Nokia
Der finnische Vorzeigekonzern hat im abgelaufenen dritten Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Gewinn je Aktie sank auf 0,29 Euro. Auch beim Umsatz wurde ein Rückgang um fünf Prozent auf 12,24 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal verzeichnet.
Die Zahlen sind natürlich nur eine Momentaufnahme. Nokia dominiert den Handymarkt mit einem aktuellen Marktanteil von 38 Prozent weiterhin. Der südkoreanische Konzern Samsung als stärkster Konkurrent kommt gerade mal auf 16 Prozent.
Positiv ist weiter zu erwähnen, dass Nokia seine Position in Schwellenländern wie China und Brasilien deutlich ausgebaut hat. Der Konzern wird unserer Meinung nach zusätzlich vom schwächer tendierenden Euro profitieren. Wir sehen bei den aktuellen Kursen sehr attraktive Einstiegsmöglichkeiten.Quartalszahlen bei Citigroup
Die US-Bank Citigroup meldete im dritten Quartal erneut Verluste. Vor allem die Abschreibungen auf Wertpapiere sowie Verluste aus dem Kreditgeschäft in Höhe von insgesamt 9,3 Milliarden Dollar waren die Gründe für die roten Zahlen. Unter dem Strich verbuchte Citigroup nach einem Vorjahresgewinn von 2,2 Milliarden Dollar nun einen Verlust von 2,8 Milliarden Dollar. Das ist sicher nicht erfreulich, die meisten Analysten hatten im Vorfeld jedoch mit schlechteren Ergebnissen gerechnet. Im Durchschnitt lagen die Prognosen bei einem Verlust von rund 3,8 Milliarden Dollar.
Vom Ende der Krise kann bei Citigroup noch keine Rede sein, durch Beteiligungsverkäufe wie der Citibank in Deutschland hat das Unternehmen jedoch die Bilanz gestärkt. Außerdem beteiligt sich die US-Regierung mit 25 Milliarden Dollar an dem Finanzkonzern. Darüber hinaus werden die Kosten gedrückt, dadurch hat Citigroup mehr Ertragspotenzial. Wenn die Geschäfte dann wieder besser laufen, bleibt vom Umsatz deutlich mehr Gewinn hängen. Unserer Meinung nach ein Grund, bei den Aktien von Citigroup investiert zu bleiben.Donnerstag, 16. Oktober 2008
Angst kehrt zurück
An den Börsen hat wieder die Angst Einzug gehalten. Der Dow Jones verlor gestern über 700 Punkte, der japanische Nikkei brach heute um knapp 1.100 Punkte oder elf Prozent ein. Viele Anleger befürchten, dass die Hoffnung, die nach den Beschlüssen der diversen Rettungspakete aufgekeimt war, unberechtigt ist. Natürlich ist die Situation nach wie vor schwierig, es ist aber wichtig zu wissen, dass die Staatshilfen noch gar nicht in Kraft getreten sind. Bis jetzt stehen nur die Beschlüsse im Raum, die Hilfe ist noch nicht umgesetzt. Man kann nicht erwarten, dass eine Tablette hilft, wenn man sie noch nicht eingenommen hat. Doch den Worten der Politiker werden Taten folgen. Die viele hundert Milliarden schweren Rettungspakete werden die Finanzhäuser stabilisieren und das Vertrauen zurückbringen. Nach dem großen Vertrauensverlust kann das nicht von heute auf morgen gelingen, aber die Börsen haben mittlerweile so viel verloren, dass schon kleinere gute Meldungen für Kurserholungen sorgen können.
Intel legt erfreuliche Zahlen vor
Bei allen momentan anstehenden Quartalszahlen machen sich die Börsianer auf böse Überraschungen gefasst. Doch längst nicht jedes Unternehmen enttäuscht. Intel hat trotz aller Widrigkeiten den Gewinn im dritten Quartal um zwölf Prozent gesteigert. Damit übertraf der weltgrößte Chiphersteller die Erwartungen der Analysten.
Auch der Ausblick für das vierte Quartal fiel besser aus als befürchtet. Dennoch gibt sich Intel-Chef Paul Otellini vorsichtig: „Es ist schwer zu sagen, wie sich die Finanzkrise auf die Nachfrage auswirken wird.“ Die Prognose für das vierte Quartal sei daher mit Unsicherheiten behaftet. Intel will aber auf jeden Fall besser abschneiden als die Konkurrenz.
Seit 2006 hat Intel 20.000 Stellen abgebaut und die jährlichen Kosten um drei Milliarden Dollar gedrückt. Daher ist es wahrscheinlich, dass sich der Konzern auch in Zeiten einer geringeren Nachfrage gut hält.Coca-Cola profitiert von der starken Marke
Coca-Cola ist die wertvollste Marke der Welt; rund 67 Milliarden Dollar soll der Schriftzug wert sein. Und er hilft dem Brausekonzern, auch in diesen schwierigen Zeiten gute Absatzzahlen zu erreichen.
Obwohl Coca-Cola im abgelaufenen dritten Quartal in den USA 2 Prozent weniger Getränke verkaufte, stieg der weltweite Umsatz um 9 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn lag sogar 14 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Die guten Verkäufe in den Schwellenländern machten die Schwäche auf dem Heimatmarkt mehr als wett.
Außer von der guten Gewinnentwicklung könnten die Aktionäre von einer Maßnahme des Managements profitieren: Coca-Cola hat in diesem Jahr bereits für eine Milliarde Dollar eigene Aktien vom Markt genommen, bis Ende des Jahres soll das Volumen auf bis zu zwei Milliarden Dollar ausgeweitet werden.
Nachdem die Aktie in diesem Jahr rund ein Drittel an Wert verloren hat, dürften die Anleger nun langsam neues Vertrauen schöpfen.
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Johnson & Johnson übertrifft Erwartungen – Prognose erhöht
Solche Nachrichten brauchen wir: Der Gesundheitsmulti Johnson & Johnson hat die Wall Street gestern mit einem glänzenden dritten Quartal überrascht. Allergiepillen, Kontaktlinsen, Medizintechnik und Kopfschmerztabletten verkaufen sich eben auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten – die Kopfschmerztabletten wahrscheinlich sogar besser denn je. Johnson & Johnson steigerte im dritten Quartal den Gewinn um satte 30 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz nahm um 6 Prozent auf 15,9 Milliarden Dollar zu. Vor allem die Sparte mit frei verkäuflichen Arzneimitteln und Konsumartikeln sowie das Geschäft mit Medizintechnik konnten überzeugen. Dass das Schizophrenie-Medikament Risperdal im Juni seinen Patentschutz verlor und der Umsatz deshalb um 60 Prozent einknickte, fiel angesichts der positiven Gesamtentwicklung kaum ins Gewicht.
Aufgrund der guten Zahlen in den ersten neun Monaten hat Johnson & Johnson die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. 2008 soll der Gewinn mindestens um 23 Prozent steigen.3M in Kauflaune
Die Angst vor einem Ausufern der Wirtschaftsflaute hat die 3M-Aktie in den letzten Monaten schwer bluten lassen. Seit dem Allzeithoch vor einem Jahr ist der Kurs um fast 40 Prozent gefallen. 3M hat in seiner 106-jährigen Geschichte jedoch schon viele Wirtschaftsflauten erlebt und gemeistert, das Management lässt sich deshalb auch dieses Mal nicht beirren und stärkt trotz Krise die Produktpalette und die Marktposition durch zahlreiche Zukäufe. Eine regelrechte Einkaufstour hat das Unternehmen in den letzten Wochen hingelegt: Allein seit Anfang September wurden sechs Übernahmen bekannt gegeben beziehungsweise abgeschlossen. Darunter ein US-Hersteller von Autopflegeprodukten und ein Schweizer Unternehmen, das Filter für die Pharma- und Biotechindustrie produziert. Am Montag schluckte 3M mit der französischen Financiere Burgienne einen Spezialisten für die Herstellung von Autokennzeichen.
Kommenden Dienstag präsentiert 3M Ergebnisse für das dritte Quartal, das könnte bei der Aktie noch einmal für Kursausschläge nach oben wie nach unten sorgen. Unter langfristigen Gesichtspunkten schließen wir uns jedoch einem amerikanischen Börsendienst an, der jüngst titelte: 3M steht für „Make More Money“.Dienstag, 14. Oktober 2008
War das die Trendwende?
So schnell geht die Börsenwelt eben doch nicht unter: Die Ankündigung staatlicher Rettungsaktionen für die angeschlagene Finanzbranche in Europa hat am Montag den freien Fall der Börsenkurse zumindest vorläufig gestoppt. Der Dow-Jones-Index legte gestern um 936 Zähler oder 11,1 Prozent auf 9388 Punkte zu, der DAX beendete den Handelstag mit einem Plus von 11,4 Prozent – beides war der höchste jemals erzielte Punktgewinn an einem Tag. Ob das die endgültige Wende war, kann leider nur die Zukunft beantworten (siehe Frage des Tages).Wells Fargo setzt sich im Bieterstreit um Wachovia durch
Nachdem sich die Citigroup aus dem Bieterwettbewerb um Wachovia zurückgezogen hatte, gab es nun auch von der Regulierungsbehörde offiziell grünes Licht für das Kaufangebot von Wells Fargo. Für rund 15 Milliarden Dollar erwirbt der Konzern den Konkurrenten Wachovia. Mit den über 3.000 Wachovia-Niederlassungen rückt Wells Fargo an die Spitze des US-Privatkundengeschäfts.
Abbott investiert in sich selbst
Wie in der letzten Börse Aktuell berichtet, nutzen viele Unternehmen die gedrückten Aktienkurse, um ihre Barreserven verstärkt in das eigene Unternehmen in Form von Aktienrückkäufen zu investieren. Nun gab auch der Pharmakonzern Abbott Laboratories ein umfangreiches Aktienrückkaufprogramm bekannt. Bis zu fünf Milliarden Dollar sollen investiert werden, um eigene Anteilscheine abzufischen. Dadurch steigt der Gewinn pro Aktie.
Montag, 13. Oktober 2008
Prudential ist nicht gleich Prudential
In den letzten Tagen meldeten sich bei uns viele besorgte Anrufer, die Aktien von Prudential im Depot haben. In der Presse war über einen möglichen Zusammenbruch von Prudential berichtet worden. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den von uns empfohlenen britischen Versicherer Prudential plc., sondern um den zweitgrößten US-Lebensversicherer Prudential Financial. Das Unternehmen leidet massiv unter der Finanzmarktkrise und musste eine Gewinnwarnung für das dritte Quartal abgeben. Der Namensvetter aus