Für Sie gelesen:
Das Börsenjahr 2009 könnte ein gutes Börsenjahr werden. Von Gottfried Heller, im Dezember 2008
Aktienmärkte nehmen
das Ende einer Rezession immer bis zu neun Monaten vorweg
Ein Paukenschlag: Die US-Notenbank
Fed hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Leitzins auf Null gesenkt.
Es soll so viel Geld gedruckt werden wie nötig, um die eingefrorenen
Kreditmärkte aufzutauen. Angesichts der schwachen Verfassung der Wirtschaft
seien außerordentlich niedrige Leitzinsen für einige Zeit gerechtfertigt.
Eine vergleichbare Versicherung, dass sich Finanzmärkte auf eine längere
Phase billigen Geldes einstellen könnten, hatte es noch nie gegeben.
Seit kurzem hatte die Fed begonnen, 30-jährige Staatsanleihen auszugeben,
mit dem Ergebnis, dass die Rendite inzwischen auf 2,6 Prozent gefallen
ist. Bei zehnjährigen Papieren beträgt die Rendite gerade mal
2,1 Prozent.
Für Anleger bedeutet die aggressive Geldpolitik der Fed nichts anderes als die Vertreibung aus dem Zinsparadies. Die Fed verfolgt das Ziel, die Zinsen für 30-jährige Hypotheken auf 4,5 Prozent zu drücken und so den Erwerb von Hausimmobilien erschwinglich zu machen. Gleichzeitig können die niedrigen Hypothekenzinsen für Hausbesitzer zu Refinanzierungen genutzt werden. Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Zahl der Zwangsversteigerungen sinkt und die Nachfrage nach Immobilien nimmt zu. Da der Fed jedes Mittel recht ist, die Wirtschaft wieder flott zu machen, nimmt sie auch billigend einen schwächeren Dollar im Kauf. Neben einer aggressiven Geldpolitik sind weltweit auch die Regierungen dabei, Konjunkturpakete zu schnüren. Der designierte US-Präsident Obama plant ein Konjunkturprogramm in Höhe von 1000 Mrd. US-Dollar. Die massive staatliche und geldpolitische Stimulierung wird die Wirtschaft ab Mitte oder Herbst im kommenden Jahr wieder aus der Rezession bringen. Das Jahr 2008 wird dagegen als eines der schlechtesten Jahre im Gedächtnis der Investoren bleiben. Außer in sicheren Staatsanleihen konnte mit so gut wie keiner Anlageklasse eine positive Rendite erzielt werden. Es begann mit einem steilen Börsensturz im Januar und wenig später stand die Finanzwelt vor dem Abgrund. Als die fünftgrößte Investment-Bank Bear Stearns vor der Pleite stand, wurde sie zwar mit Hilfe der Fed gerettet, desgleichen der größte Versicherer AIG. Die Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac wurden praktisch verstaatlicht. Dann verdichtete sich aber das Gerücht, dass die viertgrößte Investmentbank, Lehmann Brothers, vor der Pleite stehe. Und der Staat schaute diesmal tatenlos zu. Mit den weltweiten Verflechtungen in der gesamten Finanzindustrie setzte dieser Konkurs eine Lawine in Gang, die das globale Finanzsystem in Gefahr brachte. Es war ein großer Fehler, Lehmann Brothers nicht zu retten. Die Verluste, die danach allein an den Aktienmärkten entstanden, sind astronomisch. Anfang 2008 betrug die Kapitalisierung aller Börsen der Welt 60 Billionen Dollar. Bis Mitte September betrugen die Aktienverluste 15 Billionen Dollar.
Kann sich ein so schlechtes
Börsenjahr noch einmal 2009 wiederholen? Es gibt eine Reihe von
Faktoren, die für einen positiven Verlauf der Aktienmärkte sprechen.
Viele Titel sind derzeit sehr billig. So notieren 220 aus dem Euro Stoxx
600 unter dem Buchwert. Riesige Vermögen, beispielsweise bei Staatsfonds,
aber auch in Geldmarktfonds oder in Anleihen "geparktes" Geld, werden künftig
höher rentable Anlagen suchen. Die Dividendenrendite der 30 Dax-Titel
beträgt 5,4 Prozent, während zehnjährige Bundesanleihen
nur drei Prozent bringen. Überdies spricht der saisonale Faktor eher
für steigende Kurse in den Monaten November bis April. Die Börsen
nehmen meist den Konjunkturaufschwung sechs bis neun Monate vorweg. Sie
steigen schon während die Wirtschaftsnachrichten noch schlecht sind.
So fing der Dow Jones inmitten der schweren Rezession in den USA im August
1982 an zuzulegen, und als im Januar 1983 die Rezession beendet war, hatte
er bereits 40 gewonnen. Sollte die Rezession in der zweiten Hälfte
2009 enden, könnte der Börsenaufschwung schon bald beginnen.
Auch weil es praktisch keine anderen attraktiven Anlageformen gibt, dürften
Aktien im Jahr 2009 eine der erfolgreichsten Anlageklassen werden...
Rekord
in allen Disziplinen.
Unser
Fonds wird kaum 14 Tage gehandelt, schon sind wir bei einem Fondsvermögen
von 46 Millionen Euro. Unvorstellbar. Bei der Gründung haben wir davon
geschwärmt, mal 1 Million im neuen Fonds zu haben. Wir können
uns an dieser Stelle nur immer wieder bei unseren vielen Lesern und Depoteinlegern,
aber auch allen anderen Fondskäufern für deren Vertrauen in uns
bedanken. An der Hamburger Börse stehen wir auf allen Toplisten seit
14 Tagen an erster Stelle und sprengen alle bisher dagewesene Rekorde.
Sowohl beim Umsatz, bei den Klicks auf die Seiten und bei der günstigsten
Gebühr für den Makler (Spread). Wer vor Weihnachten nicht mehr
zum Zuge kam, der kann auch noch heute und morgen (29.12./30.12.)ordern,
allerdings mit etwas schlechterem Gewissen. Die Steuerexperten streiten
sich mal wieder, ob der Handelstag an der Börse oder der Valuta-Tag
(der Tag der Einbuchung der Anteile in Ihrem Depot) steuerlich für
die Abgeltungssteuerfreiheit gilt. Wir raten immer noch zum Kauf! Immer
noch besser, als erst im neuen Jahr. Zumindest kann man dann beim Finanzamt
auf das Handelsdatum noch im alten Jahr verweisen, gutgeschrieben werden
die Stücke aber erst im neuen Jahr. Die Chancen, damit steuerlich
durchzukommen, stehen gar nicht so schlecht, schliesslich erreichten uns
in den letzten Tagen sehr viele Zuschriften von Bankern, Steuerberatern,
die 100% der Meinung sind, dass der Handelstag steuerlich gilt. Wollen
wir´s mal für die Nachzügler hoffen. Noch ein Hinweis in
eigener Sache: Die Fassadenkletterer an unserem Verlagshaus waren echt
eine Wucht. Unsere kreative Frau Dominique Rötche aus unserer Layoutabteilung
hat sogar ein kleines Filmchen davon geschnitten, viel Spass beim betrachten
des Filmes, Lautsprecher einschalten ! Kletterer !
16.12.2008:
Wir zeigen Flagge!
Sturm
und Schneetreiben hinderten unsere Industriekletterer nicht daran, unser
Stuttgarter Verlagshaus zu beflaggen. Seit 2 Wochen ist der Stuttgarter
Aktien-Fonds an der Börse täglich
auf Platz 1. Inzwischen steuern wir auf 10 Millionen Fondsvolumen zu,
im Moment haben wir unsere Titel auf insgesamt 25 Positionen aufgestockt.
Auf vielfachen Wunsch unserer Fondskäufer haben wir die aktuelle Liste
unter der Rubrik "Zahlen & Fakten" aufgelistet. Wer also den aktuellen
Bestand im Stuttgarter Aktien-Fonds sehen will, bitte oben auf "Zahlen
& Fakten" klicken !
So langsam können Sie es wahrscheinlich nicht mehr hören – aber ein allerletztes Mal muss ich Sie darauf hinweisen! Nur noch wenige Tage, dann kommt die Abgeltungssteuer. Und obwohl sich jeder Anleger der Situation bewusst sein müsste, verharren viele wie in einer Schockstarre. Während auf der einen Schulter der Realisten-Engel flüstert: „Aktien sind jetzt so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr! Du musst jetzt einsteigen!“, warnt auf der anderen Schulter der Pessimisten-Teufel vor Hiobsbotschaften“ und weiteren Verlusten. Natürlich weiß niemand, wann genau der Tiefpunkt dieser Baisse erreicht ist. Aber Fakt ist: Aktien sind jetzt im Schnitt fast 50 Prozent billiger als noch vor einem Jahr. Und Fakt ist auch, dass der Kursverfall nicht mehr lange so weitergehen kann – denn sonst wären alle Konzerne in Kürze wertlos. Ich halte es deshalb wie der legendäre Investor Warren Buffett. Der forderte kürzlich in der New York Times die Amerikaner auf: „Kauft jetzt Aktien.“ Buffett hat für sein privates Depot bereits kräftig zugelangt. Er betont dabei immer wieder, dass auch er keine Ahnung hat, was die Börse kurzfristig noch anstellt. Aber Buffett ist absolut davon überzeugt, dass er, wenn er heute kauft und fünf Jahre wartet, ein Bombengeschäft macht. Ich kann deshalb nur appellieren: Nutzen auch Sie diese historische Chance! Wenn Ihnen der Kauf von Einzelaktien derzeit zu nervenaufreibend ist, dann lege ich Ihnen unseren Stuttgarter Aktien-Fonds ans Herz. Hier kaufen Sie auf einen Schlag eine breite Auswahl der weltbesten Wachstumsaktien. Mehr dazu lesen Sie hier.
Für Sie heute gelesen:Die letzte Phase einer Baisse...
Die Signale eines endgültigen
Ausverkaufs mehren sich, glaubt das Bankhaus Metzler. Auch wenn Unsicherheit
bleibt, es könnte die letzte Phase einer Baisse sein. Mutige setzen
auf Aktien. Metzler gehört dazu, hat Dividendenpapiere in den Depots
der vermögenden Kunden bereits übergewichtet. Denn Aktien sind
so günstig wie lange nicht mehr. Nein, Angststarre zählt Frank
Naab sicher nicht zu seinen Eigenschaften. Dabei böte die weltweite
Finanzkrise, in deren Folge Experten eine globale Rezession befürchten,
Grund genug, in Angst und Panik zu verfallen. Doch der Manager des Bankhauses
Metzler fühlt sich sichtlich besser bei Max Frisch aufgehoben: "Krise
ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe
nehmen", zitiert er den bekannten Schriftsteller. Untergangsszenarien,
wie sie dieser Tage gezeichnet werden, schließt sich Naab nicht an.
Für den Leiter des Portfoliomanagements bei Metzler Private Banking
ist das Glas eben halbvoll und nicht halbleer. Die Art und Qualität
des Absturzes in den vergangenen Wochen deutet auf einen endgültigen
Ausverkauf am Aktienmarkt hin, ist das Bankhaus Metzler überzeugt.
Mutige erhöhen jetzt vorsichtig die Aktienquote und sammeln völlig
unterbewertete Qualitätstitel ein.
Was wir jetzt erleben sind typische Merkmale "eines endgültigen Ausverkaufs", die zugleich - aus historischer Perspektive betrachtet - "oft die letzte Phase einer Baisse" signalisierten.
Zinssenkungsrunde
Banken atmen auf.Sie können
sich künftig billiger refinanzieren. In Großbritannien hat die
Notenbank den Leitzins um spektakuläre 1,5 Prozentpunkte auf 3 Prozent
gesenkt. Tiefer lag der Leitzins dort noch nie. Auch die Schweizerische
Nationalbank hat ihre Geldpolitik gelockert. Sie senkte die Zinsen um 0,5
Prozentpunkte. Zu guter Letzt stimmt auch die Europäische Notenbank
EZB in das Zinssenkungslied ein. Nachdem sie den Leitzins vor einem Monat
von 4,25 auf 3,75 Prozent gesenkt hatte, drückte sie ihn nun auf 3,25
Prozent. Vergangene Woche hatte bereits die US-Notenbank den Zins um 0,5
Prozentpunkte auf 1 Prozent herabgesetzt. Dies alles sind weitere Schritte,
die Märkte wieder zu beruhigen und die Kreditvergabe der Banken zu
normalisieren.
Donnerstag, 30. Oktober 2008
US-Notenbank senkt Leitzins
Die amerikanische Notenbank
tut weiterhin alles dafür, die zu erwartende Rezession so milde wie
möglich zu halten. Gestern senkte die FED den Leitzins um 0,5 Prozentpunkte
auf jetzt nur noch 1,0 Prozent. So tief lagen die Zinsen zuletzt vor vier
Jahren. Während Alan Greenspan in der letzten Wirtschaftskrise 30
Monate brauchte, um die Zinsen bis zum Jahr 2003 auf dieses historisch
niedrige Niveau zu drücken, ist sein Nachfolger Ben Bernanke diesmal
aufgrund der prekären Situation wesentlich zügiger vorgegangen
und hat nur 14 Monate verstreichen lassen.
Die amerikanische Börse
reagierte darauf gestern verhalten, aber sie hatte die Zinssenkung schon
am Vortag mit dem zweitgrößten Punktgewinn aller Zeiten vorweggenommen.
Heute ging es in Asien steil bergauf. Viele führende Indizes wie der
Nikkei legten um die 10 Prozent zu. Wir wollen hier natürlich noch
nicht die endgültige Wende beschreien, aber in Zeiten wie diesen freuen
wir uns über jeden Kursanstieg.
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Warren Buffett empfiehlt
den Kauf von Aktien
Der berühmte Investor
Warren Buffett kauft angesichts der deutlich gefallenen Börsenkurse
amerikanische Aktien für sein privates Depot. Buffett teilte das in
einem Meinungsbeitrag für die "New York Times" mit. "Eine einfache
Regel bestimmt meine Käufe: Sei ängstlich, wenn andere
gierig sind, und sei gierig, wenn andere ängstlich sind",
schrieb Buffett, der für Anlagen in unterbewertete Aktien bekannt
ist. Buffett räumte ein, dass sich die Finanzwelt in Unordnung befinde
und dies negative Auswirkungen auf die Konjunktur haben werde. Er prognostizierte
für die nähere Zukunft steigende Arbeitslosigkeit und einen Rückgang
der Geschäftstätigkeit von Unternehmen.
Es sei allerdings wahrscheinlich,
dass die Kurse am Aktienmarkt möglicherweise deutlich steigen werden,
bevor sich die Stimmung und die Konjunktur wieder besserten. "Wenn Sie
auf die Rotkehlchen warten, ist der Frühling vorbei", schrieb Buffett.
Anleger hätten zu Recht bei hochverschuldeten Instituten oder Unternehmen
in schwacher Wettbewerbssituation Skepsis gezeigt. "Aber Sorgen um den
langfristigen Erfolg der vielen intakten Unternehmen im Land machen keinen
Sinn", glaubt Buffett.
„Neue Rekordgewinne auf
Sicht von fünf, zehn und 20 Jahren“
Deren Gewinnentwicklung dürfte
zwar wie auch früher schon immer mal wieder unter Unterbrechungen
leiden. "Aber die meisten großen Unternehmen werden auf Sicht von
fünf, zehn und 20 Jahren neue Rekordgewinne machen", prognostizierte
Buffett. Unternehmensgewinne sind langfristig der wichtigste Faktor für
die Kursentwicklung von Aktien, die Anteile an Unternehmen verbriefen.
Bisher hätten nur amerikanische Staatsanleihen in seinem Privatdepot
gelegen. Wenn die Aktienkurse weiter attraktiv blieben, würde er bald
vollständig in amerikanischen Aktien investiert sein.
Das öffentliche Votum
von Buffett für amerikanische Aktien könnte möglicherweise
zur Beruhigung panisch gewordener Anleger beitragen. Dem für gesunden
Menschenverstand und eine bodenständige Art bekannten Milliardär
wurde zuletzt eine Rolle als Wegweiser aus der Finanzkrise zugesprochen.
Er ist der Wunschkandidat beider Präsidentschaftskandidaten für
das Amt des Finanzministers.
Buffett führte historische
Beispiele an, um seine Anlagestrategie zu illustrieren. Er wies darauf
hin, dass der Dow-Jones-Index während der Weltwirtschaftskrise schon
Anfang Juli 1932 seinen Tiefpunkt markiert hatte, obwohl sich die konjunkturelle
Lage erst nach dem Amtsantritt von Präsident Franklin D. Roosevelt
im März 1933 zu bessern begann. Zu diesem Zeitpunkt habe der Dow Jones
schon 30 Prozent höher gelegen. Derzeit liegt der Dow fast 40 Prozent
unter dem Rekordhoch von Oktober 2007. Buffett ist Vorstandsvorsitzender
der Anlage- und Holding-Gesellschaft Berkshire Hathaway. Mit Berkshire
hatte er sich kürzlich beim Mischkonzern General Electric, dessen
Finanzsparte unter der Krise leidet, und bei der Bank Goldman Sachs engagiert.
Dienstag, 28. Oktober 2008
Ölpreissturz bringt
den großen Ölmultis auch Vorteile
Die Verlangsamung der Weltwirtschaft
hat die Nachfrage nach fossilen Brenn- und Treibstoffen gedrosselt und
deren Preise auf eine rasante Talfahrt geschickt. Seit dem Hoch von fast
150 Dollar im letzten Juli hat sich der Preis für ein Fass Öl
halbiert.
Fakt ist: Der Preissturz wird
auf die künftigen Gewinne der Ölmultis drücken. Trotzdem
hat der Fall des Ölpreises für die multinationalen Energieunternehmen
auch etwas Gutes: Die enorme Kosteninflation im Energiesektor wird gebremst,
die Gelegenheiten zu neuen Explorations- und Produktionsabkommen mit ressourcenreichen
Ländern werden zunehmen, der politische Druck in den USA, die außerordentlich
hohen Gewinne zusätzlich zu besteuern, wird nachlassen.
Und während der sinkende
Ölpreis den Gewinn aus der Ölförderung kleiner werden lässt,
wird dieser Rückgang teilweise kompensiert durch höhere Margen
im Raffinerie- und Marketinggeschäft. In der ersten Hälfte des
Jahres litten die Multis darunter, dass sie die steigenden Kosten für
Öl nicht schnell genug an die Konsumenten von raffinierten Produkten
wie Benzin und Diesel weitergeben konnten. Im dritten Quartal hat sich
diese Tendenz umgekehrt: Jetzt sinkt der Ölpreis schneller als die
Notierung von Treibstoffen an der Zapfsäule, sodass die Margen steigen.
Eine Folge der sinkenden Energiepreise
ist auch, dass manche Ölgesellschaften die Investitionen in Exploration
und Produktion zurückfahren müssen. Das nimmt Druck weg von den
zuletzt enorm teuren Ölfelddienstleistungen wie das Durchführen
von seismischen Arbeiten oder das Zurverfügungstellen von Bohrgeräten.
In den vergangenen Jahren wurde
der Zugang der Energieunternehmen zu neuen Ölvorkommen aus politischen
Gründen immer schwieriger. Diese Entwicklung dürfte sich mit
fallenden Energiepreisen abschwächen. Wenn die Einnahmen aus dem Rohstoffverkauf
sinken, werden einige Länder Mühe bekommen, große Projekte
selbst zu finanzieren und gerne wieder auf die Dienste der kapitalstarken
Multis wie Exxon, BP, Total oder Royal Dutch zurückgreifen.
Donnerstag, 9. Oktober 2008
Fuer die Frage, wie es mit
den Maerkten weitergeht moechten wir an dieser Stelle einige Aussagen aus
einem aktuellen Interview mit Warren Buffet zitieren:
„…Warren Buffett habe in seinem
ganzen Leben noch nie so viele aengstliche Personen gesehen. Alle fluechten
in US Treasuries, die nur noch 0,2% Rendite einbraechten. Es sei so, als
ob das Ganze Land Geld unter das Kopfkissen legen wuerde. Es gelte die
Boersenregel: „Wenn alle Angst haben, sei gierig. Wenn alle gierig sind,
sei aengstlich“. Daher sei nun die Stunde der Value-Investoren gekommen.
Nun gibt es ein riesiges De-Leveraging, und der Staat sei der einzige,
der Assets aufnehme. Auf die Frage nach dem 700 Mrd. USD Rettungspaket
sagte er, dass dieses Geld nicht ausgegeben, sondern investiert werde.
Der Staat koenne alle Assets "distressed" einsammeln, wofuer unzaehlige
Hedgefonds viele teure Kredite aufgenommen hatten. Dies koenne er aufgrund
seiner Bonitaet quasi zu Null Finanzierungskosten (0,2% aktuell) machen.
Auf lange Frist sei dies ein sehr gutes Geschäft, an dem er sich gerne
zu 1% beteiligen wuerde. Solche Geschaefte habe er immer mit großen
Muehen gesucht.
Momentan fehle den Maerkten das Vertrauen. Vertrauen sei wie Sauerstoff, den man erst dann wahrnimmt, wenn er fehlt. Dass die Welt wieder Zuversicht gewinnen werde, ist fuer ihn ueberhaupt keine Frage.
Montag, 6.10.2008:
Börsenpanik, Abgeltungssteuer,
Fondsummantelung des Gemeinschaftsdepots – übers Wochenende haben
wir massenhaft Post von unseren Lesern und Depoteinlegern erhalten. Hier
die wichtigsten Antworten:
Eigene Aktien übertragen?
Wegen der zahlreichen steuerlichen
Vorteile möchte ich in Zukunft nicht mehr selbst in Aktien investieren,
sondern komplett auf das Gemeinschaftsdepot setzen. Kann ich die Aktien
aus meinem persönlichen Depot auf das Gemeinschaftsdepot übertragen?
Konrad O., Hannover
Antwort: Das würden wir gerne machen. Allerdings hätten wir dann innerhalb kürzester Zeit ein buntes Sammelsurium aus Aktien im Gemeinschaftsdepot. Selbst wenn wir nur zuließen, dass ausschließlich Wachstumswerte übertragen werden könnten, würde bald schon unsere ausgewogene Branchenmischung nicht mehr passen. Verkaufen Sie deshalb einfach Ihre Aktien über die Börse. Wir ziehen dann völlig unkompliziert den Gegenwert von Ihrem Girokonto ein – und schon sind Sie mit dabei!
Der Hammer
Das ist ja echt ein Hammer,
dass Kapitalmaßnahmen wie Übernahmen oder Spin-offs dazu führen
können, dass die Anlage abgeltungssteuerpflichtig wird. Das kommt
ja nun häufiger mal vor und würde bei meinem Anlagehorizont von
noch 20 Jahren dazu führen, dass nahezu alle Anlagen abgeltungssteuerpflichtig
werden. Wenn dem so ist, werde ich jetzt meine Bestände nach und nach
verkaufen und in dem Gemeinschaftsdepot anlegen. Ich sehe nicht ein, dass
mein bereits mehrfach versteuertes Nettoeinkommen, welches ich für
die Altersvorsorge anlegen wollte, nun noch mal geschröpft wird. Gerd
K., Coesfeld im Münsterland
Ihr Geld ist sicher
Wie steht es mit der Sicherheit
in Ihrem Gemeinschaftsdepot? Meine Bank hatte mir ein EuroStoxx-Zertifikat
von Lehman Brothers gekauft. Jetzt ist es wertlos, weil die Lehman Brothers
pleite sind. Kann mir das auch bei Ihnen drohen? Roland D., Leonberg bei
Stuttgart
Antwort: Keine Sorge, Ihr Geld ist vollkommen sicher. Zertifikate wie bei Lehman Brothers sind im Falle einer Insolvenz leider nicht geschützt. Beim Gemeinschaftsdepot ist das Vermögen durch die Fondsummantelung sicher. Den jeder Fond ist zu jeder Zeit Sondervermögen. Fondsanteile sind selbst bei einer Pleite einer Bank nicht wertlos. Niemand darf sie anrühren – kein Gläubiger, kein Insolvenzverwalter. Die Aktien im Fonds gehören allein den Anteilseignern, also Ihnen. Wer langfristig anlegt, ist daher mit unserem Gemeinschaftsdepot gut bedient.
Zusätzliche Informationen
Als langjähriger Leser
und Anhänger Ihrer Strategie habe ich mir auch Gedanken zur Abgeltungssteuer
gemacht – Focus, Hausbankenempfehlungen, Internettipps, Zeitungshinweise
gelesen. Ihr Beilagenblatt in der Ausgabe 20/2008 war aber das Beste und
Interessanteste, was ich bisher las – nun werde ich letztlich doch noch
mit einigen Euros unter das Dach Ihres Gemeinschaftsfonds schlüpfen.
Also: Bitte senden Sie mir Informationen zum Gemeinschaftsdepot, insbesondere
Zusammensetzung, Umfang, monatliche/jährliche Kosten. Eberhard G.,
Leonberg bei Stuttgart
Anmerkung der Redaktion
Sie können sich gerne
kostenlos Unterlagen über das Gemeinschaftsdepot bestellen inklusive
dem Beilagenblatt zur Abgeltungssteuer. Hier
bestellen!
Freitag, 2.10.2008: Rettung
vom Rettungspaket
Der US-Kongress unternimmt
einen neuen Anlauf zur Rettung des taumelnden Finanzsektors - noch heute
will der Senat über ein geändertes Rettungspaket abstimmen. Dieses
sieht als wichtigste Neuerung eine Anhebung der Garantiesumme für
Bankguthaben vor. Damit hätten Kunden bei Bankpleiten mehr Sicherheit.
Für das Votum im Senat wollen auch die Präsidentschaftsbewerber Barack Obama und John McCain nach Angaben ihrer Wahlkampfbüros nach Washington fliegen. Die Börse reagierte mit Kursanstiegen auf die Hoffnung auf Rettung.
Wichtigste Änderung in dem 700 Mrd. Dollar schweren Rettungsplan ist die höhere Garantiesumme für Bankguthaben. Diese soll nach Angaben von Republikanern und Demokraten auf bis zu 250.000 Dollar steigen. Damit wurde in den Plan eine Forderung Obamas aufgenommen, der sich auch McCain angeschlossen hatte. Auch der staatliche Einlagensicherungsfonds der US-Banken (FDIC) hatte sich für eine vorübergehende Erhöhung ausgesprochen. "Es gibt eine zunehmende Vertrauenskrise, die unnötige Ängste auf dem Markt schürt", erklärte FDIC-Chefin Sheila Bair. Wenn die Garantiesumme erhöht wird, hätten Privat- und Geschäftskunden im Falle einer Pleite ihrer Bank mehr Sicherheit für ihre Guthaben. Derzeit ist die Garantiesumme auf 100.000 Dollar begrenzt.
Das US-Verbrauchervertrauen
hat sich im September überraschend weiter aufgehellt. Der Index stieg
auf 59,8 von zuvor 58,5 Punkten. Analysten hatten einen Rückgang auf
54,0 Punkte prognostiziert. Deutlich sieht man die Erholung seit Mitte
des Jahres. Auch diese laässt hoffen, dass der US-Konsum im vierten
Quartal besser ausfällt als zurzeit befürchtet. Insgesamt eigentlich
gute Zahlen, die den Markt unterstützten.
US-Börsen legen zu
In seiner Rede hat Präsident
George W. Bush zugegeben, dass die gesamte US-Wirtschaft auf der Kippe
stehe; nun heißt es aus der US-Hauptstadt: "Die Hilfe steht bereit".
Auf dem Parkett der New Yorker Börse steigt nun die Hoffnung auf diese schnelle Hilfe für den Finanzsektor. Der wartet seit fast einer Woche auf 700 Mrd. Dollar, mit denen Finanzminister Henry Paulson die kaputten Anlagen der Banken übernehmen könnte. Unter welchen Bedingungen diese Mittel fließen können, ist allerdings noch umstritten.
Die Hoffnung auf das Rettungspaket lässt die amerikanischen Aktienindizes aber zumindest eine dreitägige Verluststrecke zunächst abbrechen: Eine Stunde nach Handelsbeginn verbessert sich der Dow-Jones-Index um 2,3 Prozent auf 11.073 Zähler, während der marktbreite S&P-500-Index mit einem Plus von 2,2 Prozent bei 1212 Punkten notiert. Die Hightech-orientierte Nasdaq klettert um 2,1 Prozent auf 2200 Punkte.
Mittwoch, 24.9.2008: Nach
Euphorie erneute Skepsis
Nicht nur Wall Street sondern
alle internationalen Börsenplätze erlebten letzte Woche eine
Woche wie nie zuvor. Ein absolutes Kontrastprogramm, was jeden Tag in dramatischer
Form wechselte. Krasse Minuszahlen zu Wochenbeginn folgten leichte Tagesgewinne
am Dienstag, um wieder deutliche Verluste am Mittwoch aufzuweisen. Der
Donnerstag und Freitag glichen den Wochenverlust dann voll aus. Die ursprüngliche
Verunsicherung beruhte auf Angst, dass das Finanzsystem total einbrechen
würde, als dem größten Versicherer der Welt – AIG – eine
unmittelbare Hilfe anfänglich verneint war. Erst als klar wurde, dass
ein Konkurs der AIG die gesamte Welt in einen unüberschaubaren Abgrund
stürzen würde, kam es zu den notwendigen Unterstützungsmaßnahmen,
die zu Wochenschluß von Börsianern mit lautem Beifall und steigenden
Börsenkursen begrüßt wurde.
Nach einer kräftigen zweitägigen Erholung zum Wochenschluss ging Wall Street gestern auf Tauchstation. Während der Dow Jones Index über 3% abgab, verlor der Freiverkehrsmarkt sogar über 4%. Das positive Abschneiden in Asien wurde dabei vollkommen ignoriert, da die asiatischen Märkte lediglich das nachvollziehen was sich am Freitag an der Wall Street abspielte. Gewinnmitnahmen und die Einsicht der Börsianer, dass der hohe 700-milliardenschwere Rettungsplan der Regierung Bush keine Patentlösung für die Finanzkrise darstellt, trugen zu der Kurskorrektur an Wall Street maßgeblich bei.
In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob der Markt glaubt, die Maßnahmen der US-Regierung werden greifen und die Kreditmarktkrise sei beendet. Es kann aber auch sein, dass der Markt die Kreditmarktkrise nun einfach abhakt und andere Themen spielt: Wahlkampf, Ölpreis oder eine kommende Rezession.
Interessant ist auch, dass die
letzten verbliebenen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley
nun freiwillig ihren rechtlichen Sonderstatus aufgeben und sich in normale
Geschäftsbanken umwandeln. Damit unterliegen die Banken der Kontrolle
der Fed und müssen strengere Auflagen erfüllen, kommen aber auf
der anderen Seite einfacher an Kredite heran.
Die größten Verluste
für den Dow-Jones-Index
Der Dow-Jones-Index hat am
Montag 504,48 Punkte oder 4,42 Prozent verloren auf 10.917,51 Zähler.
Am «Schwarzen Montag», dem 19. Oktober 1987, hatte die Wall Street den schlimmsten prozentualen Kursverlust ihrer Geschichte an einem Tag erlitten. Der Dow Jones war auf einen Schlag um mehr als 508,32 Punkte oder 22,62 Prozent gefallen.
Das war ein fast doppelt so starker prozentualer Absturz wie am legendären «Schwarzen Freitag», am 28. Oktober 1929, als das bekannteste Börsenbarometer der Welt um 38,33 Punkte oder 12,8 Prozent in den Keller rutschte. Dies war damals der Auftakt zur Wirtschaftskrise der 1930er Jahre gewesen.
Am 14. April 2000, ebenfalls einem Freitag, verlor der Dow Jones 617,78 Punkte oder 5,66 Prozent. Auslöser des heftigen Kursverlusts war die Furcht vor einer Leitzinserhöhung wegen eines unerwartet scharfen Anstiegs der US-Verbraucherpreise im März.
Am 17. September, dem ersten Handelstag nach den Terrorattacken in den USA vom 11. September 2001, fiel der Dow-Jones-Index am 17. September um 684,81 Punkte oder 6,67 Prozent.
Der Dow Jones ist der älteste
amerikanische Börsenindex mit den Aktien von 30 führenden US-Unternehmen
aller Branchen. Er gab am 26. Mai 1896 sein Debüt.
Warum geht es eigentlich
gerade den Investmentbanken so an den Kragen?
Investmentbanken konzentrieren
sich "leider" meist nur auf Wertpapiergeschäfte und Fusionen/Übernahmen
von Firmen. Reine Investmentbanken wie Goldman Sachs, Lehman Brothers,
Merrill Lynch, Bear Sterns und Morgan Stanley haben keine Filialgeschäfte
mit Girokonten für Jedermann.
Die mit Abstand führende unabhängige Investmentbank weltweit ist Goldman Sachs. Zahlreiche US-Topmanager und Spitzenpolitiker des Landes begannen hier ihre Karriere. Nummer zwei ist Morgan Stanley. Die Kreditkrise brachte das Aus für die übrigen der bisher fünf großen eigenständigen Investmentbanken in ihrer bisherigen Form: Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns.
Damit steht in den USA das Modell der reinen Investmentbanken zur Diskussion. Die Spezialhäuser galten als das Herz der Wall Street. Sie sind bislang weit weniger reguliert als die Geschäftsbanken mit sehr lockeren Zügeln seitens der Bankenaufsicht, weil sie sich nicht an Kleinanleger richten. Seit der Kreditkrise haben die Behörden ihre Kontrolle aber bereits deutlich erhöht, eine noch schärfere Aufsicht wird diskutiert.
Der Ölpreis fällt
unterdessen weiter
Der Ölpreis befindet sich
auch am Montag auf Talfahrt. Gegen Mittag fiel der Preis der Rohölsorte
Light, Sweet Crude auf 96,60 Dollar. Gegenüber dem Preis vom vergangenen
Freitag ist dies ein Rückgang um 4,5 Prozent oder 4,58 Dollar. Das
Tagestief lag bei 96,31 Dollar je Fass !
Der US-Dollar fiel am Wochenende durch die Lehman-Pleite auf nahezu 1,45 Euro, steigt aber gerade wieder massiv an und liegt bei 1,413 Euro.
Dax-Katastrophe, aber wir warten
mal auf die Wall Street-Eröffnung um 15:30 Uhr...
Dienstag, 9. September 2008:
Das Ergebnis im Gemeinschaftsdepot
ist nun raus: Plus 6,357 Prozent.
Mit dem immer näher rückenden Termin zur Abgeltungssteuer interessieren sich immer mehr Depoteinleger, wie es sich mit der Abgeltungssteuer verhält im Gemeinschaftsdepot. Ein typischer Leserbrief, den ich im Anhang auch gleich beantworte:
".... wird das Gemeinschaftsdepot , was die Abgeltungssteuer betrifft, wie ein Fonds behandelt werden, oder geht bei Umschichtungen ab dem nächsten Jahr die "lebenslange" Befreiung von der Abgeltungssteuer verloren? "
Antwort: Unser Gemeinschaftsdepot wird bisher steuerlich ebenso behandelt wie das Depot eines Privatanlegers: Aktien, die vor Einführung der Abgeltungssteuer 2009 im Depot liegen, bleiben dauerhaft steuerfrei. Hingegen unterliegen Aktien, die wir ab 2009 in Form von Aufstockungen oder Umschichtungen neu erwerben, voll der Abgeltungssteuer. Als Privatanleger mit eigenem Depot kommt man auf Dauer um die Abgeltungssteuer nicht herum.
Für unser Gemeinschaftsdepot haben wir aber einen Weg gefunden, wie wir die Abgeltungssteuer vermeiden:
Dies geschieht, indem wir unsere Qualitätsaktien rechtzeitig zum Jahresende im Gemeinschaftsdepot mit einem Fonds ummanteln. Dadurch liegen unsere Aktien dann steuerrechtlich nicht mehr direkt im Gemeinschafts depot, sondern nur noch indirekt über den Fonds. Da Investmentfonds selbst von der Abgeltungssteuer komplett befreit sind, bleiben unsere Qualiätsaktien so auch bei zukünftigen Umschichtungen dauerhaft abgeltungssteuerfrei.
Entstehen durch die Fonds-Ummantelung zusätzliche Risiken?
Nein, rechtlich bleibt im Gemeinschaftsdepot alles beim Alten. Unser Beteiligungsvertrag hat in unveränderter Form Bestand. Auch bleiben das Gemeinschaftsdepot und -konto bei der Volksbank Rems, bei der alle Depot einleger als Kontoinhaber geführt werden, unverändert bestehen.
Was ist mit meinem persönlichen
Kontoauszug und den monatlichen Depotberichten ?
Auch hier bleibt alles, wie
es ist. Sie erhalten weiterhin monatlich Ihren persönlichen Kontoauszug
und unseren Depotbericht mit einer ausführlichen Übersicht unserer
Qualitätsaktien per Post.
Ändert sich durch die
Fondslösung die Anlagestrategie des Gemeinschaftsdepots?
Nein. Selbstverständlich
bleiben wir unseren Weltmarktführern von Coca-Cola bis Microsoft treu!
Internationale Qualitätsaktien haben in den vergangenen Jahren bekanntlich
nur mäßig zugelegt und sind daher heute historisch günstig.
Um nach den vielen mageren Jahren nun in den kommenden Jahren die wohlverdiente
Ernte einzufahren, halten wir eins zu eins an unseren bisherigen Qualitätsaktien
fest. Gerade weil die Chance auf überdurchschnittliche Kursgewinne
in den kommenden Jahren heute so groß ist wie selten zuvor, ist es
notwendig, zukünftige Kursgewinne mit dem Fondsmantel vor der Abgeltungssteuer
zu schützen.
Wer noch wenige Tage vor 2009 Aktien kauft, der sichert sich langfristig unbegrenzte Steuerfreiheit. Es belibt nicht mehr viel Zeit, sich diesen historischen Steuer-Vorteil zu sichern.
Achtung: Für das Gemeinschaftsdepot läuft die Frist schon im November 2008 ab: Einzahlungen im laufenden Monat Dezember 2008 bringen steuerlich kenen Vorteil mehr, da diese bekannterweise bedingt durch unsere monatliche Abrechnung immer erst zum kommenden Monatsersten, also in diesem Fall zum 1. Januar 2009 teilnehmen.
Das bedeutet: Alle Depoteinleger, oder die es noch werden wollen, bleibt nur noch der Monat September, Oktober und November zum Aufstocken bzw. zum Einzahlen um noch in den Genuss der steuerlichen Altregelung zu fallen, die - nach einer Haltedauer/Spekulationsfrist von 12 Monaten - dann eine Steuerfreiheit auf Kursgewinne "für immer" garantiert. Also, wenn Aktien kaufen, dann jetzt...
...Aufstockungen/Einzahlungen sind hier möglich:
http://www.boerse-aktuell.de/Gemeinschafts-Depot.html
Donnerstag, 28. August 2008:
Die US-Wirtschaft hat sich
im zweiten Quartal überraschend stark erholt.
Das Bruttoinlandsprodukt stieg
mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent nach 0,9 Prozent
im Vorquartal, wie das US-Wirtschaftsministerium mitteilte. Ebenfalls positiv
sind die niedriger als erwartet ausgefallenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
in den Vereinigten Staaten. Nach diesen positiven Daten aus den USA ist
der deutsche Aktienmarkt gerade angesprungen und in den positiven Bereich
gedreht. + 1,2 % + 74 Punkte auf 6.395. Mal sehen, was der Dow heute selbst
macht. Heut und morgen bitte noch einen starken Tag, zumindest keinen großen
Rückschlag, dann ist der August rum und unser positives Monatsergebnis
fürs Gemeinschaftsdepot absolut sicher. Aber wir haben ja bereits
ein sehr dickes Polster in den Augusttagen angesammelt. Aktueller Stand
heute am 28.8 / 15:20 Uhr: + 6,2 %
Mittwoch, 27.8.2008:
Hoffnung an Wall Street
Trotz steigenden Ölpreises
haben die US-Börsen am Dienstag mit leichten Gewinnen schließen
können. Denn obwohl die Daten vom Immobilienmarkt etwas enttäuschend
ausfielen, stieg das Verbrauchervertrauen deutlich. Zusätzlich machte
sich im Finanzsektor Hoffnung breit.
Der Dow-Jones-Index stieg um 27 Zähler oder 0,2 Prozent auf 11.413 Punkte. Der Preis pro Fass Rohöl war um 1,16 Dollar auf 116,27 Dollar pro Fass angestiegen, denn der Hurrikan Gustav bedroht die Förderanlagen im Golf von Mexiko. Der Sturm folgt einem schwer zu vorhersagenden Kurs und könnte daher selbst als tropischer Sturm Schaden anrichten. Zusätzlich war man besorgt über die Spannungen mit Russland.
Der Immobiliensektor stand im Mittelpunkt. Die Häuserpreise sind im Vergleich zum Vorjahr im zweiten Quartal um 15,4 Prozent gesunken, wobei der Fall im Juni gegenüber dem Mai leicht nachgelassen hatte. Dies wurde als Silberstreifen am Horizont gesehen und weckte die Hoffnung, dass ein Ende der Krise in Sicht sein könnte.
Das Verbrauchervertrauen ist im Juli überraschend auf 56,9 Punkte gestiegen und damit deutlich höher ausgefallen als erwartet. Die Verbraucher erwarten, dass die Wirtschaft sich derzeit auf neutralem Gebiet befindet und im kommenden Jahr in die Gewinnzone zurückkehren wird.
Die Finanzwerte befanden sich in den vergangenen Monaten weiterhin in Schwierigkeiten. Der Gewinn war um 86 Prozent gesunken, 50 Milliarden Dollar wurden für erwartete Verluste zurückgestellt und 117 Banken waren vom Konkurs bedroht. Zwei davon, Fannie Mae und Freddie Mac, sahen den zweiten guten Tag in Folge. Die Anleger sind weniger besorgt, dass die Hypothekenbanken zusammenbrechen und verstaatlicht werden könnten. Ihre Kapitalsituation sei wahrscheinlich bis Jahresende gesichert, befanden auch Analysten der Citigroup. Deshalb legte Fannie um 8,3 Prozent zu, Freddie gewann um 21 Prozent. Auch die Papiere von Lehman Brothers kletterten um 4,3 Prozent.
Dienstag, 26.8.2008: Erstarken
des US-Dollars - Öl wird billiger
Anleger haben am Dienstag auf
das Erstarken des Dollar mit Rohstoffverkäufen reagiert. Die Preise
für Rohöl, Gold und Industriemetalle gaben nach. Der US-Dollar
erreichte in Reaktion auf schwache Konjunkturdaten aus Deutschland ein
Halbjahreshoch gegenüber dem Euro. Auch gegenüber anderen Währungen
gewann der Greenback an Wert. Investoren schichten ihre Anlagen von Rohstoffen
in die US-Währung um, wenn diese an Wert gewinnt.
Warren Buffett kauft jetzt
Aktien
Ein US-Milliardär auf
Einkaufstour: Die Anlage-Experten und Journalisten hängen gebannt
an den Lippen des "Orakels von Omaha". Der zweitreichste Mann der Welt
zeigt sich gesprächig, er verkündete in einem Interview am Freitag,
dass er nicht mehr gegen den Dollar spekuliert, dass er staatliche Rettungsaktionen
für die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie
Mac erwartet und überhaupt Aktien derzeit deutlich besser bewertet
sind als noch vor einem Jahr. Hinsichtlich seiner Investments blieb er
wie immer ziemlich unbestimmt, bestätigte bloß, dass seine Holding
Berkshire Hathaway im zweiten Quartal knapp 4 Milliarden US-Dollar in Aktienkäufe
investiert und auch den schon recht bedeutenden Anteil an den Finanzunternehmen
American Express bzw. Wells Fargo weiter erhöht hat.
Das Interview mit Buffett ist aber aus einem ganz anderen Blickwinkel interessant. Zeigt es doch, dass selbst in einer scheinbar so aussichtslosen Marktlage wie derzeit für mutige und informierte Investoren bereits wieder die ersten Chancen auftauchen.
Am besten gleich die ganze
Firma kaufen
Die Schaeffler-Gruppe hat schon
seit einigen Wochen die Continental AG ins Visier genommen, so günstig
ist inzwischen das Unternehmen bewertet. Darüber hinaus hat der Kursverfall
der letzten Monate z.B. auch den Daimler-Kurs so gedrückt, dass Vorstandschef
Zetsche sich ebenfalls ernsthaft Gedanken machen muss, wie eine mögliche
Übernahme zu verhindern wäre. Der einstige Stolze teutonischer
(Börsen-)Größe wird an der Börse gerade einmal mit
40 Milliarden Euro bewertet, das wäre selbst unter den momentanen
Bedingungen für den einen oder anderen kein unbezahlbarer Preis, zumal
ja für eine Kontrolle ein deutlich geringer Anteil ausreichen würde
– siehe Conti.
Weltweit gibt es noch genug
prall gefüllte Taschen
Ob in Asien, Russland oder
dem Mittleren Osten – dort aber auch anderswo gibt es selbst jetzt noch
genug Liquidität, die sich nur zu gerne den einen oder anderen Brocken
vom Kurszettel westlicher Börsen picken würde. Selbst die doch
maroden US-Bankinstitute ziehen im Zweifelsfall immer noch genug Geld aus
diesen Töpfen, die in Saudi-Arabien, Singapur oder Korea stehen mögen.
Für uns Börsianer könnten sich also in den nächsten Wochen oder Monaten einige interessante Gelegenheiten ergeben. Sie sollten schon mal Ihre Instinkte schärfen. Zudem würde ein Engagement vor dem Jahresende in langfristiger Perspektive auch steuerliche Vorteile bieten – die Abgeltungssteuer lässt grüßen! In jedem Fall wären Sie dann mit Warren Buffet in bester Gesellschaft.
Freitag, 22.8.2008: Die Abgeltungssteuer naht. Deshalb hier nochmal ein schneller Überblick mit zwei Beispielen:
Zunächst gilt: Ein Minus aus Aktiengeschäften kann nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden, nicht aber mit anderen Erträgen wie z.B. Dividenden oder Zinsen.
Alle anderen Anlageformen wie Aktienfonds, Anleihen, Sparguthaben, Zertifikate, Derivate und sogar ADRs stehen auf einer anderen Stufe. Verluste können quer über diese Stufe mit Gewinnen, Zinsen und Dividenden saldiert werden. Die Banken führen für die interne Berechnung deshalb zwei getrennte Verlustverrechnungstöpfe pro Kunde.
Beispiel 1: Fällt bei einem Anleger zunächst ein Verlust durch den Kauf und Verkauf eines Aktienfonds an, sind anschließend alle anrechenbaren Erträge bis zu dieser Höhe steuerfrei. Erst wenn die Verluste getilgt sind und der Freistellungsauftrag ausgeschöpft ist, führt die Bank auf nachfolgende Erträge Abgeltungssteuer ab.
Beispiel 2: Umgekehrter
Fall: Der Kunde macht mit dem Fond zunächst Gewinne und die Bank zieht
Abgeltungssteuer ab. Dann fallen aber Verluste an. Die Bank erteilt dem
Kunden in diesem Fall eine Gutschrift. Allerdings ist nicht gesetzlich
festgelegt, in welchem Zeitraum die Gutschrift erfolgen muss.
Die Commonwealth Bank of Australia könnte der Zeitung „The Australian“ zufolge der britischen Bank HBOS mehr als sechs Milliarden australische Dollar (3,5 Milliarden Euro) für ihre australische Sparte Bankwest bieten. Die britische Hypothekenbank HBOS habe bereits Finanzexperten damit beauftragt, Optionen für Bankwest auszuloten, die einen Wert von fünf bis sieben Milliarden australischen Dollar (3,5 bis 4,1 Milliarden Euro) habe, zitierte die Zeitung Branchenkreise. Ein Commonwealth-Gebot dürfte der Zeitung zufolge nur auf geringen wettbewerbsrechtlichen Widerstand stoßen. HBOS ist der größte britische Immobilienfinanzierer und auch von der Hypothekenkrise betroffen. Damit würde die Commonwealth Bank die aktuelle schwierige Branchensituation gezielt zur eigenen Verstärkung nutzen.
Nervöser Wochenauftakt
an der Wall Street
An den US-Börsen haben
zu Wochenbeginn die Finanzwerte den Anlegern die Stimmung verhagelt. Die
Probleme, von denen man hoffte, dass sie bald überwunden wären,
tauchten erneut auf. Der Dow-Jones-Index sank um 180 Zähler oder 1,5
Prozent auf 11.480 Punkte. Besonders um die Hypothekengiganten Fannie Mae
und Freddie Mac machte man sich Sorgen. Laut dem Anlegermagazin Barron's
wird es immer wahrscheinlicher, dass die Regierung mit Steuergeldern einspringen
muss, um die Liquidität der beiden Unternehmen zu sichern. Dafür
würde man frische Aktien kaufen, was die bisherigen Anteile und deren
Eigner unbedeutend machen und die Dividende bis auf Null verwässern
würde. Dadurch fiel die Aktie von Fannie Mae um 22 Prozent, die von
Freddie Mac um 25 Prozent.
Meiner Meinung nach wird uns
die Hypothekenkrise noch eine ganze Weile beschäftigen, das Schlimmste
dürften wir jedoch überstanden haben. Diese Meinung teilt
auch Gottfried Heller, der langjährige Weggefährte der Börsenlegende
André Kostolany. Hier Hellers aktuelle Einschätzung zur Börsenlage:
Auch wenn zurzeit Trübsal
herrscht - der Höhepunkt der Finanzkrise ist überstanden
Turbulent ist bislang das Börsenjahr
verlaufen. Bereits nach drei Wochen hatte der DAX 20 Prozent verloren -
mehr als den gesamten Gewinn des Vorjahrs. Und turbulent ging es weiter.
Kein Wunder, dass nach einer aktuellen Umfrage 70 Prozent der Finanzakteure
weiter fallende Aktienkurse erwarten. Das Epizentrum des Finanzbebens liegt
in den USA. Der Grundstein für die heutige Krise wurde 2001 nach dem
Platzen der Börsenblase gelegt. Um ein ähnliches Debakel wie
die Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 zu verhindern, öffneten die
Notenbanken - allen voran die amerikanische Fed - die Geldschleusen, senkten
die Zinsen aggressiv und verhinderten so eine Rezession. Wenn Geld im Überfluss
vorhanden ist und Kredite fast zum Nulltarif zu haben sind, ist es allzu
verführerisch, Kredite aufzunehmen, häufig für spekulative
Zwecke. In den USA brach ein Immobilienboom aus. Auch Leute, die sich kein
Haus leisten konnten, bekamen Kredite, die mit sogenannten Subprime-Hypotheken
(Ramschanleihen) unterlegt wurden.
Weitere Kreditnehmer in gigantischem
Ausmaß waren die Hedgefonds, die wie Pilze aus dem Boden schossen.
Viele dieser Fonds finanzieren ihre Investments in Aktien, Anleihen, Rohstoffen
und Devisen zu 80 bis 90 Prozent auf Pump. Als die Zinsen im Jahr 2004
fortlaufend angehoben wurden, gerieten die zahlungsschwachen Häuslebauer
und die allzu waghalsigen Hedgefonds in Schieflage. Seit etwa einem Jahr,
als erstmals zwei Hedgefonds der Investmentbank Bear Stearns pleite gingen,
ist die Rückabwicklung der gigantischen Kreditblase im Gang - mit
Zwangsverkäufen im Immobilienmarkt und bei Hedgefonds.
Viele Banken, die die Kreditorgie
finanziert oder in die Ramschanleihen investiert hatten, mussten massive
Abschreibungen und milliardenschwere Kapitalerhöhungen vornehmen.
Seit Mitte 2007 hat sich die Notiz der Deutschen Bank halbiert, der Kurs
der UBS hat sich sogar fast geviertelt, ebenso der Aktienkurs der Citigroup.
Doch Krisen wie diese sind Teil unseres Systems und nicht die Ausnahme.
Sie geschehen alle drei bis vier Jahre. Jedes Mal greift die Notenbank
mit der großen Geldspritze ein und löscht den Brand. So auch
in dieser Krise. Dabei hat die Fed unorthodoxe Maßnahmen ergriffen
und neue Instrumente eingesetzt. Den ins Straucheln geratenen Hypothekenbanken
Fannie Mae und Freddie Mac stehen unlimitierte Kreditlinien zur Verfügung.
Dazu gehört auch ein gerade vom Kongress beschlossenes sogenanntes
"Versteigerungsverhütungsgesetz".
Es soll 400 000 Hausbesitzern
helfen und ein Volumen von 300 Milliarden Dollar umfassen. Dieses Programm
wird den Preisverfall im Immobilienmarkt bremsen. Hinzu kommt, dass die
niedrigeren Hauspreise und die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen
jetzt vielen den Hauserwerb erschwinglich machen. Wenn der Verkaufsdruck
schwindet und die Nachfrage zunimmt, werden auch die Abschreibungen bei
den Banken geringer. Ein weiterer positiver Faktor sind die fallenden Rohstoffpreise.
Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Ölpreis steigt, während
sich die Weltkonjunktur abkühlt.
Vielleicht ist die Blase bereits
am Platzen. Wenn sich der Häusermarkt stabilisiert und der Ölpreis
fällt, könnte dies der Auslöser für eine scharfe Erholung
sein. Derzeit sind institutionelle Anleger so wenig wie seit 1998 in Aktien
investiert. Überdies gibt es Anlagekapital von rund vier bis fünf
Billionen Dollar der Staatsfonds und der Ölförderländer.
Die Volatilität dürfte aber relativ hoch bleiben. Die heutige
Stimmung an den Börsen scheint mir so ähnlich, wie im Jahr 1982:
Damals herrschte Trübsal. Die Inflation und die Zinsen waren zweistellig.
Das Wirtschaftsprogramm vom damaligen Präsidenten Ronald Reagan ("Reaganomics")
schien nicht zu funktionieren. Doch plötzlich, im August 1982, hob
der Dow Jones ab und stieg unaufhörlich bis in den April 1983.
US-Handelsbilanz: Die roten
Zahlen werden kleiner
Das Außenhandelsdefizit
der USA ist im Juni deutlich gefallen. Erwartet worden war dagegen ein
Anstieg. Für den seit Tagen starken Dollar bedeutet das eine zusätzliche
Stütze. Von 59,2 auf 56,8 Milliarden Dollar haben die Vereinigten
Staaten ihren Fehlbetrag im internationalen Handel reduziert. Das lag erheblich
unter den Erwartungen von 61,5 Milliarden Dollar Minus. Der Rückgang
des Außenhandelsdefizits der USA dürfte sich in den kommenden
Monaten deutlich beschleunigen, weil sich die Öl- und Rohstoffrechnung
zunehmend verbilligt. Das dürfte die nachlassenden amerikanischen
Exportzuwächse auf Grund der schwächeren Weltkonjunktur und der
zwischenzeitlichen Dollar-Aufwertung mehr als ausgleichen. Der Aufwärtstrend
des US-Dollar erhält damit eine zusätzliche Basis.
Für Sie heute gelesen:
Plötzlich stürzt
der Euro ab.....
Zuvor war der Euro im Verhältnis
zum Dollar immer höher geklettert. Volkswirte malten schon düstere
Szenarien. Jetzt ist die starke Europawährung steil abgestürzt.
Was bedeutet das konkret? Der Euro hat in der vergangenen Woche gegenüber
dem Dollar deutlich an Wert verloren. Am Freitag gab es sogar den größten
Tagesverlust seit 1999, dem Jahr der Einführung der Gemeinschaftswährung.
Nachdem der Euro Mitte Juli noch mit ein 1,6038 Dollar ein Rekordhoch erreicht
hatte, wurde er gestern Morgen zeitweise nur mit 1,4911 Dollar gehandelt.
Volkswirte rechnen mit einer weiteren Abschwächung. Das sind die wichtigsten
Aspekte des Themas: Warum hat der Euro so schnell so deutlich an Wert verloren?
Hintergrund sind die eingetrübten Konjunkturaussichten in Euroland.
Seit Jahresanfang sind die Auftragseingänge deutlich zurückgegangen,
im Juni hatte es mit minus 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat
in Deutschland den stärksten Rückgang seit sieben Jahren gegeben.
Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)
hat dies am Donnerstag indirekt auch bestätigt. Zugleich wird
die Konjunkturabschwächung in den USA aufgrund der Finanzkrise offenbar
nicht so dramatisch ausfallen wie erwartet. Diese Entwicklung stärkt
die Zuversicht in die US-Wirtschaft und damit den Dollar. Folge:
Der Euro fällt. Welche Rolle spielen die Zentralbanken? Anfang Juli
noch hatte die EZB mit der Erhöhung des Leitzinses von 4,0 auf 4,25
Prozent den Euro gestärkt: Anlagen in Euro verzinsen sich damit besser.
Jetzt ist eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr wohl vom Tisch, 2009
dürfte die Geldpolitik sogar wieder gelockert werden. In den USA
dagegen sind weitere Zinssenkungen offenbar vorerst kein Thema, weil die
Wirtschaft nicht so schlecht läuft wie befürchtet. Die
Zinsen in beiden Regionen nähern sich tendenziell an. Auch das stützt
den Dollar. Hat der schwächere Euro auch Nachteile? Relativ gesehen
könnten die Preise für Rohstoffe, Öl und andere Importe
wieder anziehen, weil sie mit Dollar bezahlt werden müssen. Der Preisverfall
der letzten Wochen wird deshalb nicht komplett bei den Firmen ankommen.
Volkswirte verweisen aber auch darauf, dass ein stärkerer Dollar den
Ölpreis drückt. Grund: Geldanlagen werden vom Öl abgezogen
und wieder in die US-Währung investiert. Genau umgekehrt war
es in den letzten Monaten: Geld wurde von Dollar- in Öl-Anlagen umgeschichtet.
Welche Folgen spüren die Verbraucher? Der Verfall des Rohöl-Preises,
der mehr als 30 Dollar vom seinem Höchststand von fast 150 Dollar
je Fass entfernt ist, kommt durch den schwächeren Euro an der Tankstelle
den Verbrauchern nicht voll zugute. Wie geht es mit dem Euro weiter? Eine
ähnlich rasante Talfahrt wie in den letzten Wochen erwarten Volkswirte
nicht. Aber die Trendwende sei gekommen, heißt es bei der Deutschen
Bank. Der Dollar habe seinen Tiefstand erreicht.
Montag, 11.8.2008: So ein
Tag, so wunderschön wie Freitag....
Die Eröffnung der Olympiade
in Peking wurde mit einem würdigen Applaus der Börsianer an der
Wall Street gebührend gefeiert. Der deutlich gefallene Ölpreis
auf 115 Dollar hat zu einer äußerst beeindruckenden Wochenendrallye
geführt. Der Dow Jones Index konnte um rund drei Prozent zulegen,
und hat somit ein Wochenplus von über 4% erreicht. Und der starke
Dollar: So macht uns Börse wieder Freude. Der Euro ist seit seinem
Höchststand vor zwei Wochen von nahezu 1,60 auf jetzt 1,50 Dollar
pro Euro gefallen, also der Dollar deutlich gestiegen. Fällt die 1,50er
Marke, so geht es auf die 1,40er Dollar-Marke zu, diese kann sogar noch
in den kommenden Wochen getestet werden. Dies erscheint zwar äußerst
optimistisch, kann jedoch nicht mehr ohne Weiteres ausgeschlossen werden,
und würde voll und ganz meine Prognose zur langfristgen
Einschätzung des Dollars bestätigen. Der Ölpreis ist
seit seinem Höchststand vor wenigen Wochen nunmehr um weit mehr als
20 % gefallen (akt. 115 $).
Mittwoch, 6.8.2008: Aufwind
aus Übersee
Deutliche Gewinne in den USA
und Asien, ein fallender Ölpreis sowie die ruhige Hand der US-Notenbank
erfreuen Börsianer. Der Dax setzt im frühen Handel seine Erholung
fort. In den USA hatte der Leitindex Dow Jones 331 Punkte zugelegt und
nahe Tageshoch geschlossen. Auch die Börsen in Asien tendierten am
Mittwoch sehr fest. Der Ölpreis setzte seine Talfahrt zunächst
fort und notierte unter 120 US-Dollar je Barrel. Händler verwiesen
auf die Erleichterung an den internationalen Börsen, nachdem die US-Notenbank
am Vorabend die Leitzinsen unverändert gelassen hatte. Auch der fallende
Ölpreis hob die Stimmung. Die US-Notenbank Fed hatte die Zinsen am
Dienstag Abend unverändert bei 2 Prozent gelassen. American Express
zog um 5.8 % auf
25 $ an, AIG 19,44 +5,31
% , COCA-COLA 35,39 +3,48 %, HOME DEPOT 15,99 +3,16 %, JPMORGAN 26,96 +3,14
%, 3M 46,31 +2,46 %, MICROSOFT 16,95
+1,92 %, MERCK 22,39 +1,73
%, CITIGROUP INC. 12,86 +1,26 %
Montag, 4.8.2008: Die US-Wirtschaft
brummt
Die amerikanische Wirtschaft
ist im zweiten Quartal 2008 nach ersten Berechnungen dank milliardenschwerer
Steuergeschenke recht robust gewachsen. Trotz Immobilien- und Kreditkrise
legte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Zeitraum aufs Jahr hochgerechnet
um 1,9 Prozent zu, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Dies ist jedoch
ein vorläufiger Wert, der sich in den nächsten Wochen noch deutlich
ändern kann.
Walt Disney macht Freude
Der US-Unterhaltungskonzern
Walt Disney hat dank guter Geschäfte mit seinen TV-Sendern und seinem
Vergnügungspark in Paris im dritten Geschäftsquartal deutlich
mehr verdient. Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahr auch
durch Einmalgewinne um rund neun Prozent auf knapp 1,3 Mrd. US-Dollar oder
0,66 US-Dollar je Aktie betragen. Die Aktie legte nach Börsenschluss
um 1,9 Prozent auf 32,26 US-Dollar zu.
Der Unterhaltungsriese konnte damit der US-Konjunkturflaute ein weiteres Mal weitgehend trotzen. In Europa profitierte der Konzern wie derzeit alle US-Unternehmen von Wechselkursvorteilen durch den schwachen US-Dollar.
Mittwoch, 30.7.08:
Die Avon-Aktie geht durch
die Decke.
Unter starken Schwankungen
geht die Avon-Aktie durch die Decke. Zwischenzeitlich lag sie schon 17
Prozent im Plus.
Der Kosmetikhersteller hat gute Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn hat sich auf 236 Millionen Dollar mehr als verdoppelt (+ 109 %), der Umsatz wuchs um 17 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten beim Gewinn je Aktie mit 45 Cent gerechnet, erreicht wurden 55 Cent.
Vor allem in Brasilien und Russland liefen die Geschäfte gut.
Kreditmarktkrise, was ist
das?
Die Kreditmarktkrise scheint
die Märkte nicht mehr so sehr zu beeinflussen. Gestern kam die Meldung,
dass Merrill Lynch weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen
muss. Merrill Lynch verscherbelt ein großes Paket forderungsbesicherter
Anleihen zum Preis von 6,7 Mrd. Dollar. In den Büchern stehen diese
Papiere noch mit 11,1 Mrd. Dollar (der Nominalwert liegt bei über
30 Mrd. Dollar). Gleichzeitig gab Merrill Lynch eine Kapitalerhöhung
in Höhe von 8,5 Mrd. Dollar bekannt. Normalerweise hätte eine
solche Nachricht zu einem massiven Einbruch an den Märkten führen
müssen. Doch genau das Gegenteil passierte. Die amerikanischen Börsen
haben die Verluste vom Montag wieder gutgemacht. Dabei halfen ein erneut
deutlich gesunkener Ölpreis und ein Anstieg beim Verbrauchervertrauen.
Der Dow-Jones-Index legte um 267 Zähler oder 2,4 Prozent auf 11 398
Punkte zu. Der marktbreite S&P-500-Index stieg um 29 Zähler oder
2,3 Prozent auf 1263 Punkte. Die Hightech-orientierte Nasdaq kletterte
um 55 Zähler oder 2,5 Prozent auf 2320 Punkte.
Der Ölpreis ist um 2,54 Dollar auf 122,19 Dollar pro Fass gesunken, dem niedrigsten Stand seit über 2 Monaten. Man hat sich nicht mehr auf die Schwierigkeiten in Nigeria konzentriert sondern auf die gesunkene Nachfrage in den USA, dem größten Markt für Rohöl weltweit.
Das Verbrauchervertrauen trug ebenso zur Erholung an den Märkten bei. Zum ersten Mal seit Dezember stieg der Wert an und stand im Juli bei 51,9 Punkten. Experten hatten mit einem Stand von 50 Punkten gerechnet.
Selbst die Finanzwerte allgemein machten die Verluste vom Montag wieder gut. Selbst Citigroup konnte um 5,9 Prozent zulegen, obwohl die Analysten bei der Deutschen Bank den prognostizierten Verlust bei Citi erhöht hatten und ebenfalls mit erneuten Abschreibungen von bis zu 8 Milliarden Dollar rechnen.
Unser Kosmetikriese Colgate-Palmolive steigerte seinen Gewinn im vergangenen Quartal auf 494 Millionen Dollar. Die Aktie kletterte um 8,2 Prozent.
Die Papiere des Pharmakonzerns Amgen setzten ihre Rally fort und stiegen um drei Prozent, da die Quartalszahlen besser ausgefallen sind als erwartet.
Dienstag, 29.7.2008:
Dow
läuft, die Top-Gewinner von heute (18 Uhr):
GEN MOTORS
11,30 + 2,74%
MCD MCDONALDS
59,31 + 2,63%
HEWLETT
PACKARD 44,00 + 2,33%
HOME
DEPOT INC 23,66 +2,32%
MICROSOFT
26,03 +2,08%
INTEL
22,09
+ 1,94%
WALT
DISNEY + 1,57%
Aktuelle Übersicht: http://de.finance.yahoo.com/gainers?e=dji
BP-ZAHLEN:
Gut geöltes Ergebnis, Kurs heute 48 Euro, + 4 %
Die Rekordpreise
bei Öl und Gas bescheren dem Ölkonzern British Petroleum kräftige
Gewinne. Der Ölgigant gab Halbjahresprofite von 13,44 Milliarden Dollar
(8,55 Milliarden Euro) bekannt. Das entspricht einer Steigerung um 23 Prozent
gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Gewinne wurden
großteils durch die Erhöhung des Ölpreises realisiert.
Ihren Aktionären wollen die Briten eine Dividende von 14 US-Cent je
Aktie zahlen nach 10,825 Cent im Vorjahr.
SAP-Zahlen:
Auf Erfolg programmiert, Kursplus auf 36,4 Euro, also heute + 7 %
Das Konzernergebnis
ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 453 Millionen auf 411 Millionen
Euro zurück, teilte der Dax-Konzern am Dienstag im badischen Walldorf
mit. Damit lag der Gewinn deutlich über den Erwartungen von Analysten,
die im Mittel mit rund 372 Millionen Euro gerechnet hatten. Auch der Umsatz
lag über den Markterwartungen. Nach SAP-Angaben stiegen die Erlöse
im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro. Volkswirte hatten
durchschnittlich nur 2,79 Milliarden Euro prognostiziert. Die Software-
und softwarebezogenen Serviceerlöse, die SAP als zentrale Kennziffer
bezeichnet, erhöhten sich um 21 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro und
übertrafen damit die Erwartungen der Experten von durchschnittlich
rund 2 Milliarden Euro. SAP präzisierte auch seine Jahresprognose
und erwartet nun, dass obere Ende seiner Schätzungen zu erreichen.
Der Softwarekonzern hatte angekündigt, die Software- und softwarebezogenen
Serviceerlöse dieses Jahr um 24 bis 27 Prozent gegenüber dem
Vorjahreswert von 7,43 Milliarden Euro zu steigern. "Mit den Zahlen kann
der Markt zufrieden sein", sagte Marktanalyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz.
"Sie waren durch die Bank etwas besser als erwartet."
Ölpreis
fällt auf 80 Dollar:
Die Opec
hält langfristig einen Ölpreis von 80 US-Dollar pro Barrel für
denkbar. Voraussetzung hierfür sei, dass der Dollar weiter zulege
und die Ängste vor einem internationalen Konflikt nachließen,
sagte Opec-Präsident Chakib Chelil. "Der Preis von 123 Dollar pro
Barrel ist nicht normal", sagte er. Der algerische Ölminister betonte
zudem, dass die Opec-Staaten auch bei sinkenden Preisen eine ausreichende
Versorgung gewährleisten würden. Ob bei der nächsten Opec-Sitzung
im September Einschnitte bei den Fördermengen zu erwarten seien, ließ
er offen. Das hänge von den Marktbedingungen ab, sagte er. Der Ölpreis
war am Dienstag unter anderem wegen Anschlägen auf Pipelines im Niger-Delta
auf 125 Dollar je Barrel angestiegen. Vor gut zwei Wochen hatte er zeitweise
über 147 Dollar gelegen, heute kommt der Ölpreis schon wieder
etwas runter...
Monatg,
29.7.2008: Der weltgrößte Biotechnologiekonzern Amgen...
...hat
mit seinem Versuchsmedikament Denosumab zur Behandlung von Knochenschwund
einen Studienerfolg erfolgt. Das Mittel habe das Risiko von Knochenbrüchen
bei Frauen beträchtlich reduziert, teilte Amgen am Freitagabend nach
US-Börsenschluss mit. Denosumab ist seit den Sicherheitsbedenken beim
Top-Medikament Aranesp gegen Blutarmut der Hoffnungsträger des kalifornischen
Unternehmens. Amgen testete das Osteoporose-Mittel an 7800 Patienten über
drei Jahre. Die genauen Einzelheiten zu der Studie würden Mitte September
veröffentlicht, sagte eine Amgen-Sprecherin. Die Amgen-Aktie kletterte
am Freitag nachbörslich um 15 Prozent.
Freitag,
25.7.2008: Fallender Ölpreis gleich steigende Aktienkurse
Es gibt
ganz wenige, die eine Korrektur beim Ölpreis gesehen haben. Es war
schon von 200 Dollar pro Faß die Rede. Diese Korrektur ist nun seit
Mittwoch vergangener Woche in einer Form eingetreten, die selbst ich als
Optimist mir kaum erhofft hätte. Während der Ölpreis inzwischen
um rund 20 Dollar und damit 15% gefallen ist – einer der größten
Preiseinbrüche in der Geschichte des Ölpreises auf Dollarbasis
und auch als Prozentsatz ausgedrückt – kam es beim Aktienmarkt zu
einer Rallye. Die entscheidende Frage ist jetzt, ob es zu einem totalen
Einbruch beim Ölpreis in rapider Folge kommt, das heißt einem
Ölpreisrückgang auf die 100 Dollar/Barrel Marke. Dies würde
mindestens 80% aller Markteilnehmer und Experten überraschen.
"Die Stimmung hat sich definitiv wieder gebessert", kommentierte ein Händler. In der Spitze erreichte der Dax 6.562 Punkte, ein Plus von 1,85 Prozent. Das hatte er auch der Wall Street zu verdanken, die nach einer Reihe positiver Quartalszahlen erneut im Plus liegt.
Pfizer macht Hoffnung: Sowohl die Pharmakonzerne Pfizer und Wyeth lieferten insgesamt erfreuliche Daten. Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hat endlich mal wieder gute Nachrichten: Dank eines starken Auslandsgeschäfts und Kosteneinsparungen konnte Pfizer im zweiten Quartal den Gewinnschwund stoppen und deutlich zulegen. Dem Pharma-Riesen gelang es, den Gewinn auf 2,78 Milliarden Dollar oder 55 Cent je Aktie mehr als zu verdoppeln. Gleichzeitig stieg der Umsatz um neun Prozent auf 12,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten lediglich ein Umsatzplus von 3,5 Prozent und einen Gewinn von 54 Cent je Aktie vorhergesagt. Die Aktie von Pfizer zog vorbörslich um über zwei Prozent an. Seit Jahren befindet sich unser Wachstumstitel auf Talfahrt. Lag er Anfang 2004 noch bei 39 Dollar, notiert er nun bei 18,35 Dollar. In diesem Jahr hat der Kurs rund 20 Prozent eingebüßt. Wir halten die Aktie für unterbewertet und setzen auf sie. Auch Mc Donald's und PepsiCo konnten im zweiten Quartal vom schwachen Dollar profitieren. Sogar die Absatzzahlen von General Motors kamen gut an – obwohl der angeschlagene Autogigant im zweiten Quartal ein Fünftel weniger Autos abgesetzt hat.
Freitag, 18.7.2008
Hinter den Kulissen von der Börse-Aktuell-Redaktion: Jetzt werden viele unserer Leser wieder nervös. War bis vor drie Tagen die Börsenwelt noch kurz vor dem Untergang, kreiste apokalytisches Gedankengut in den Köpfen der Kommentatoren, suchen jetzt viele fieberhaft nach einem Einstieg. Unser Telefon (0711-61414-111) steht heute nicht still, Leser riefen mich an, ob man und wo man jetzt einsteigen soll. Und es ist auch verständlich, wenn Sie sich Einzeltitel heraussuchen, gibt es einige da HÄTTE man Gewinne von 20 % und mehr je Tag machen können. Es ist nicht schön, da zuschauen zu müssen...Klar, wenn ich den Einbruch genau vorhergesehen HÄTTE und jetzt am Tief die Position punktgenau gedreht HÄTTE, HÄTTE man jetzt einen saftigen Gewinn in der Tasche. Ich würde da Lotto vorziehen, wenn ich die Zahlen genau gewusst HÄTTE, wäre ich jetzt mehrfacher Millionär.
Lassen Sie sich von diesen Schwankungen nicht allzu sehr beeinflussen. Denn genau das ist es, was nun vielen passiert. Am Telefon höre ich Sätze wie: „Schei..., warum bin ich denn nicht da und da eingestiegen, es war doch offensichtlich!!!“ Nein, war es eben nicht, sonst wäre man schließlich eingestiegen. Wie gesagt, vor gerade mal drei Tagen wurde noch Weltuntergang gespielt. Tatsächlich ist aber eigentlich noch nichts passiert. Bei vielen Aktien sind wir noch meilenweit von den einstigen Höchstkursen entfernt. Und der Wunsch immer genau das Tief abzugreifen, ist unprofessionell und führt in den meisten Fällen auf Dauer zu mehr Verlusten, als Gewinnen. Wer jetzt keine Aktien kauft, der sollte an der Börse nie Aktien kaufen.
Freitag, 18.7.2008JP
Morgan überrascht positiv
Gestern
hat mit JP Morgan die erste US-Großbank über seine Quartalszahlen
im 2. Quartal berichtet. Zwar hat JP-Morgan den Gewinn mal eben auf 54
Cent je Aktie mehr als halbiert, aber die Analysten hatten mit Schlimmerem
gerechnet,
der Konsens lag bei 44 Cent. Die Märkte nahmen die Nachricht dementsprechend
freundlich auf. Man könnte jetzt also auf die Idee kommen, alles sei
nicht so schlimm, wie befürchtet. Dann kamen die Zahlen von Merrill
Lynch nachbörslich und die sind wieder schlecht. Der Broker rutsche
im 2. Quartal weiter ins Minus. Positiv zu vermelden: Der führende
Suchmaschinenbetreiber Google wuchs im zweiten Quartal rasant, der weltgrößte
Softwarekonzern Microsoft hat den Gewinn um 29 Prozent gesteigert. Beide
Aktien fielen aber nachbörslich deutlich, die Begründung der
Analysten: (Originalzitat !) "Die starken Zahlen bei Google und Microsoft
haben enttäuscht ...." Mal sehen, ob die Rallye sich heute fortsetzt.
Fällt
der Ölpreis weiter?
Wichtiger
wird jedoch die weitere Entwicklung des Ölpreises sein, der gestern
weiter unter Druck gekommen ist. Egal mit wem ich zurzeit rede, jeder sagt
mir, dass der Ölpreis sich gerade nur in einer kurzen Korrektur befindet
und bald weiter ansteigen wird. Da die Masse meistens falsch liegt, ist
das schon mal ein gutes Zeichen. So gesehen könnte die Korrektur im
Öl sich durchaus ausweiten.
Immobilien-Krise?
Die Zahl
der Wohnbaubeginne stieg im Juni um 9,1 % auf 1,066 Mio. Erwartet wurden
jedoch nur 960.000 bis 985.000 nach noch 977.000 im Vormonat. Die Zahl
der Wohnbaugenehmigungen liegt im Juni bei 1,091 Mio. Erwartet wurden 965.000
bis 980.000, nach 978.000 zuvor. Deutlich bessere Zahlen. Sollte sich hier
vielleicht eine Stabilisierung abzeichnen? Das wäre auf jeden Fall
ein sehr bullishes Signal für die Märkte. Es muss aber abgewartet
werden, ob diese Zahlen sich bei den nächsten Veröffentlichungen
weiter stabilisieren.
Donnerstag,
17.7.2008:
Werden
die Aktien ihre Talfahrt fortsetzen oder schaffen sie jetzt die Wende?
Die Entwicklung
auf den Aktienmärkten war in der ersten Jahreshälfte ein Trauerspiel.
Dax runter, Dow runter. Wie geht es in der zweiten Jahreshälfte weiter?
Nach meiner Einschätzung wird der Dow und Co. bis zum Jahresende einen
Großteil seiner Verluste des ersten Halbjahres wieder wettmachen.
Ich nenne Ihnen meine Gründe, warum ich wieder steigende Aktienkurse
sehe:
So viele Krisenthemen, wie wir sie heute haben, gab es schon lange nicht mehr in dieser Anhäufung. Ich habe mal in den letzten Wochen die Presse daraufhin analysiert, wie viele Themen wie oft in der Presse genannt werden. Die Bilanz ist: Es wimmelt nur so von krisenbehafteten Themen. Inflation, Stagflation, Rohölpreis, Iran/Irakkrise - das sind alles Themen, die den Aktienmarkt stark beschäftigt haben und bereits eingepreist sind. Und die Themen werden stark übertrieben, im Moment werden Ölpreisprognosen schon in Hunderterschritten gemacht. Wenn man dann die derzeit sehr günstige Bewertung bei vielen Aktien betrachtet, dann gibt das Anlass zu Optimismus. Zumal Umfragen zeigen, dass die Portfoliomanager immer noch eine hohe Cashquote und eine niedrige Aktienquote haben. Wenn die erst einmal wieder in den Markt zurückkommen...
Coca Cola macht wieder Freude: Der weltgrößte Erfrischungsgetränke-Hersteller Coca Cola hat im zweiten Quartal 2008 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 9,05 Milliarden US-Dollar gesteigert. Beim Gewinn erzielte Coca-Cola einen Anstieg von 18 Prozent auf 2,68 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen will bis Ende 2011 jährlich 400 bis 500 Millionen Dollar durch Produktivitätsgewinne einsparen. Coca-Cola hat nach eigenen Angaben in diesem Geschäftsjahr bereits Aktien im Wert von 1,00 Milliarden Dollar zurückgekauft.
Fannie Mae: Was für eine Aufregeung - zum Glück haben wir die Aktie nicht vor 2 Tagen verkauft. War bei 7 Dollar unten. Inzwischen verdoppelt, hat heute schin die 14 Dollar gestreift, aktuell bei 12,10 Dollar. Citigroup heute plus 8 %, RBS + 14 Prozent !
Mittwoch,
16.7.2008:
Die Banken
legen vor der Börseneröffnung in New York deutlich zu. Auslöser
ist wohl Wells Fargo. Deren Gewinn ist im zweiten Quartal trotz Abschreibungen
von drei Milliarden Dollar nur um 22 Prozent gefallen. Der Umsatz wuchs
um 16 Prozent. Noch interessanter: Trotz Krise erhöht Wells Fargo
die Quartalsdividende um 10 Prozent auf 34 Cent je Aktie.
Für
Sie gelesen: Wells Fargo übertrifft Erwartungen, Aktie vorb. deutlich
im Plus
WFC
24.36 +18.77% Wells Fargo erwirtschaftete im zweiten Quartal einen
Gewinn von 1,75 Milliarden Dollar bzw. 53 Cents je Aktie. Im Vergleichszeitraum
des Vorjahres verdiente die Bank 2,28 Milliarden Dollar bzw. 67 Cents je
Aktie. Der Umsatz legte von 9,89 auf 11,46 Milliarden Dollar zu. Wells
Fargo schießen vorbörslich um 9,85% auf 22,53 Dollar nach oben
Na also, geht doch...
Leserbrief
zum Leserbrief gestern:
Betreff:
Leidensgenossen
Sehr
geehrtes Börse-Aktuell-Team,
ich
habe gestern im "Ticker" die email von Herrn Lothar Meyr gelesen. Zuerst
dachte ich, da ist eine email von mir veröffentlicht, so viele Parallelen
sind da vorhanden. Jetzt habe ich Interesse daran, mit diesem Herrn Meyr
auch mal per email zu kommunizieren, nach dem Motto: "Geteiltes Leid ist
halbes Leid" Ich biete Ihnen daher an, dass Sie Herrn Meyr meine email-Adresse
mitteilen und diesem dazu 2 Sätze schreiben. Er kann dann selbst entscheiden,
ob er an einem Kontakt interessiert ist. Mit freundlichen Grüßen,
Stefan Schöller
Antwort vom Brandmaier: Ich habe Ihre Adresse weitergeleitet....
Dienstag,
15.7.2008:
Soll
man jetzt erstmal ganz aus Aktien raus? Und wenn ja: wann soll man wieder
rein? Sich vor weiteren Abwärtsrisiken zu schützen, ist vor allem
bei kürzerem Anlagehorizont eine gute Idee. Auch große Fondsgesellschaften
spielen derzeit "Value at risk" Modelle durch und fahren ihre Depots herunter.
Doch diese Strategie hat auch ihren Preis. Denn bei einem Verkauf oder
einem späteren Rückkauf der Wertpapiere fallen immer Gebühren
an. Häufige Käufe und Verkäufe schrauben aber nicht nur
die Kosten in die Höhe - der Versuch, den Index durch Markettiming
zu schlagen, geht in der Regel schief. Denn den richten Zeitpunkt für
den Ausstieg und den Wiedereinstieg zu treffen, ist nahzu unmöglich.
Statt bei jedem kurzen Börsenwackler panisch umzuschichten, gilt es
vielmehr, die einmal festgelegte Anlagestrategie konsequent und vor allem
langfristig durchzuhalten.
Leserbrief:
Hallo
Herr Brandmaier,
wie
halten Sie es, also ich schaue zur Zeit mein Depot gar nicht mehr an. Es
ist ganz schön ausgebomt und es wird wieder Jahre dauern bis der Schaden
behoben ist. Ich habe am 22.08.2006 Whole Foods Market Aktien gekauft und
einmal nachgekauft, am 28.03.2007 habe ich Starbucks Aktien gekauft (nach
einem längerem Kursrückgang dachte ich ein Schnäppchen)
und am 10.12.2007 habe ich Citigroup Aktien gekauft und einmal nachgekauft.
Nun sind sie alle jeweils weniger als die Hälfte wert und wem haben
wir das alles zu verdanken? Den sogenannten amerikanischen Bankexperten!
Für mich sind dies alles Verbrecher, und wie sagt man: Der Fisch stinkt
vom Kopf weg. Gibt es da keine Handhabe diese Personen hinter Schloß
und Riegel zu sperren, zum Schutz vor sich selbst und unser Geld? Dies
soll kein Vorwurf an Sie sein, aber das mußte jetzt einmal gesagt
werden. Mit freundlichen Grüßen, Lothar Meyr
Antwort vom Brandmaier: Sie haben Recht. Wir haben schon immer von Derivaten, Optionen und den ganzen spekulativen Finanzinstrumenten gewarnt. Motto: "Meiden wie der Teufel das Weihwasser.." Aber dass dieser Mist einmal die gesamte Bankenwelt ins Wanken bringen wird und dadurch auch Wachstumswerte aus ganz anderen Branchen so stark drunter leiden müssen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ihre Methode ist derzeit die Beste - Nicht das Depot anschauen.
Freitag,
11.7.2008:
Dow weiter
auf Talfahrt. Tatsächlich hat die Finanzmarktkrise schon mehrfach
gezeigt, dass mit ihr immer noch zu rechnen ist und offenbar niemand so
recht weiß, was da alles auf uns zukommt. So ist es immer und jederzeit
möglich, dass eine weitere große Bank ins Straucheln kommt.
Die Probleme um Freddie Mac und Fannie Mae, die weitere gigantische Finanzspritzen
benötigen, sind geeignet noch einiges an Unruhe in den Markt zu bringen.
Im Börsensumpf geistern Gerüchte umher, dass bisher nur ein kleiner
Teil der Summen, die tatsächlich abgeschrieben werden müssen,
bekannt sei. Man liest, dass diese Finanzmarktkrise im Prinzip schlimmer
sei, als die von 1929.
Natürlich ist die Finanzmarktkrise mittlerweile zu großen Teilen eingepreist. Wir kennen doch unsere Börse: Nach einem Jahr neigt sie dazu, gegen immer dieselben Nachrichten unempfindlich zu werden. Auf jeden Fall hat diese Vielzahl von schlechten Nachrichten und trüben Aussichten dazu geführt, dass in den USA die Stimmung sich auf einem absoluten Tiefpunkt befindet. So gesehen ist nicht mehr sehr viel Platz nach unten...
Viele Grüße
Ihr Joachim Brandmaier
Mittwoch,
9.7.2008: Högschde Disziplin!
Eine
Hiobsbotschaft jagt die nächste: Ölpreis, Bankenkrise, Rezession
und Inflation lassen die Aktienmärkte erzittern und ziehen selbst
Papiere von völlig gesunden Unternehmen in die Tiefe. Aktien wie Heineken,
Nokia oder Air Liquide. Selbst L’Oréal, deren Gewinn im 24. Jahr
in Folge aller Voraussicht nach wachsen wird, fällt um über 30
Prozent. Das ist nicht mehr normal! Oder vielleicht doch? So schmerzhaft
der Ölpreis und all die anderen Probleme momentan sind, möchte
ich Ihren Blick auf eine Entwicklung lenken, die uns Wachstumsstrategen
zusehends Bauchschmerzen bereitet: die zunehmenden Übertreibungen!
Erst die grenzenlose Euphorie zum Jahrtausendwechsel, plötzlich kam das dreijährige Blutbad. Dann drehte alles und die Kurse stürmten vier Jahre lang nach oben, bis es dieses Jahr ... naja, Sie haben es ja hautnah mitbekommen. Nun könnte man natürlich einwenden: Übertrieben hat die Börse doch schon immer! Richtig! Früher war das aber die Ausnahme! Heute wird praktisch dauernd übertrieben. Ich meine, wir müssen uns einfach daran gewöhnen, dass die Kurse viel stärker schwanken als noch vor zehn oder zwanzig Jahren. Die Ausnahmesituationen werden zur Normalität. Und wer ist schuld? Darüber lässt sich streiten: Da sind einmal die risikofreudigeren Institutionellen, aber auch wir Kleinanleger müssen uns an die eigene Nase fassen! Hat es den Börsianern früher gereicht, den Kurs ihrer Aktien erst am nächsten Tag aus der Zeitung zu erfahren, muss man heute scheinbar sekündlich an den aktuellen Geschehnissen dran sein – Börsenfernsehen, Internet und Handy machen’s möglich! Mit der zunehmenden Flut von Informationen steigen auch die Anreize, öfter zu handeln. Schlechte Quartalszahlen? Nichts wie raus mit dem Papier! Für eine stabile Kursentwicklung, wie wir sie uns wünschen, ist das sicherlich nicht förderlich.
OK, die Kurse schwanken immer stärker. Aber was bedeutet das für unser Depot? Högschde Disziplin!!! – würde Bundestrainer Jogi Löw sagen. Denn unsere Strategie bleibt unverändert: Wir stecken unser Geld nur in Unternehmen, von denen wir überzeugt sind, dass sie in zehn oder zwanzig Jahren wertvoller sind als heute. Nur der Weg dorthin wird mühsamer. Diese Zeit überstehen wir nur mit viel Disziplin, einer ordentlichen Portion Geduld, ... und indem wir nicht ständig auf die Kurse starren. Lassen Sie sich nicht zu sehr von den Bären ärgern!
Dienstag,
8.7.2008: Nach beeindruckendem Start wieder zurück ins Minus
Die Aktie
des US-Hypothekenriesen Fannie Mae hat gestern im New Yorker Handel 16
Prozent an Wert verloren, nachdem Spekulationen über weitere Milliardenabschreibungen
und eine erneute Kapitalerhöhung aufgekommen waren. Die Nachricht
zog den Dow-Jones stark nach unten, er konnte sich aber am Schluss vom
Tief wieder um 100 Punkte erholen, schloss aber immer noch 56 Punkte bei
11.231 im Minus. Fannie Mae hatte bereits vor Monaten eine Kapitalerhöhung
über sechs Milliarden Dollar durchgeführt. Ein Analyst hat nun
in einer Studie prophezeit, dass der 1938 von der US-Regierung ins Leben
gerufene Konzern aufgrund neuer Bilanzierungsrichtlinien theoretisch noch
einmal 46 Milliarden Dollar frisches Kapital benötigen könnte.
Gleichzeitig hat der Analyst jedoch eingeräumt, dass die Aufsichtsbehörde
bei Fannie Mae wahrscheinlich eine Ausnahme machen wird, da es für
den Konzern nahezu unmöglich sein dürfte, eine derart hohe Kapitalerhöhung
durchzuziehen. Fannie Mae zählt zweifelsfrei zu den größten
Leidtragenden der Immobilienkrise. Die Aktie ist mittlerweile auf den tiefsten
Stand seit 13 Jahren getaucht. Wie viel von den Kursverlusten derzeit Übertreibung
ist und wie viel tatsächlich gerechtfertigt, wird sich erst zeigen,
wenn die Immobilienkrise überstanden ist. So traurig die Kursentwicklung
ist, die amerikanische Regierung wird das halbstaatliche Unternehmen nicht
bankrottgehen lassen. Wenn sich die Immobilienkrise beruhigt, dürfte
sich die Aktie wieder deutlich erholen.
Crash
auf Ansage?
An der
Börse wird diesmal geklingelt! Zumindest versuchen dies immer mehr
Börsen-Analysten. Crash-Alarm! Bis September soll es eine Katastrophenbörse
geben, die US-Börse soll noch einmal um 20 Prozent einbrechen und
danach würde sich der Crash zu einem der schlimmsten Bärenmärkte
der vergangenen 100 Jahre auswachsen. Ja dann aber schnell raus aus Aktien!
Wir wollen die Analysten nicht verurteilen. Jeder kann seine Meinung haben
und sie kundtun. Aber eines ist sicher: Einen Crash auf Ansage gibt es
nicht! Gerade in ohnehin schon unsicheren Zeiten fallen Crash-Prognosen
traditionell auf fruchtbaren Boden. Mit Horror-Warnungen lassen sich Schlagzeilen
machen und deshalb tauchen sie in solchen Zeiten auch so häufig auf.
Meistens kommen die extremen Prognosen aber nicht VOR, sondern erst NACH
einem Crash. Je tiefer die Kurse, desto schlechter die Meldungen. Diese
Warnungen hätte man im Jahr 2000 dringend gebrauchen können oder
letztes Jahr VOR der Immobilienkrise. Der einzige Mist, auf dem nichts
wächst, ist der Pessimist! Gerade in Zeiten wie jetzt, in denen die
Kurse nachweislich tief sind, halte ich es für fatal, Aktien zu verkaufen.
Wir kaufen Aktien schließlich, um von der langfristigen Entwicklung
der Unternehmen zu profitieren. Und wenn ich Aktien eines guten Unternehmens
zu Rabattpreisen bekommen kann, dann verkaufe ich doch nicht, sondern kaufe
viel eher! An der Börse droht langfristig weder ein Weltuntergang
noch winkt das Paradies auf Erden. Aber eine Erholung, die kommt – früher
oder später – ganz sicher.